(Kiel) Die Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung darf auch gegen den Wil­len ihres Ver­si­che­rungs­neh­mers den Scha­den eines Unfall­geg­ners beglei­chen, so lan­ge die Regu­lie­rung nicht unsach­ge­mäß und will­kür­lich ist. Dass der Scha­dens­frei­heits­ra­batt dar­un­ter lei­det, hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer hin­zu­neh­men.

Das, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, zeigt ein von Amts- und Land­ge­richt Coburg (Az. : AG Coburg, 15 C 1469/08; LG Coburg: 32 S 15/09; rechts­kräf­tig) behan­del­ter Fall, in dem die Klä­ge­rin ihrem Ver­si­che­rer vor­warf, trotz Regu­lie­rungs­ver­bots bezahlt und dadurch die „Ver­si­che­rungs-Pro­zen­te“ nach oben getrie­ben zu haben. Die Gerich­te ver­nein­ten jedoch einen Feh­ler der Ver­si­che­rung, weil die­se einen wei­ten Ermes­sens­spiel­raum hat und eine Haf­tung der Klä­ge­rin nicht abwe­gig war.


Die kla­gen­de Ver­si­che­rungs­neh­me­rin war auf ein brem­sen­des Taxi auf­ge­fah­ren. So teil­te sie dies ihrer Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung mit. Etwa einen Monat spä­ter mel­de­te sich für sie ein Rechts­an­walt bei der Ver­si­che­rung, der aus­führ­te, die Klä­ge­rin habe den Unfall nicht ver­schul­det, und ein Regu­lie­rungs­ver­bot aus­sprach. Gleich­wohl ersetz­te die Beklag­te dem Unfall­geg­ner (Taxi­un­ter­neh­men) des­sen Scha­den und stuf­te die Klä­ge­rin in eine ungüns­ti­ge­re Scha­dens­frei­heits­klas­se ein. Die hielt das für unrich­tig und klag­te gegen die Rück­stu­fung.


Ohne Erfolg, denn Amts- und Land­ge­richt Coburg gaben der Ver­si­che­rung Recht, so Klar­mann.


Als Pflicht­ver­si­che­rung muss die Beklag­te begrün­de­te Scha­dens­er­satz­an­sprü­che von Unfall­geg­nern befrie­di­gen und unbe­grün­de­te abweh­ren. Bei der Beur­tei­lung hat sie einen wei­ten Ermes­sens­spiel­raum. Nach­dem der Anscheins­be­weis gegen die Klä­ge­rin als Auf­fah­ren­de sprach, war die Regu­lie­rung kei­nes­falls unsach­ge­mäß oder will­kür­lich. Dar­an ändert auch das Regu­lie­rungs­ver­bot nichts.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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