(Kiel) Im Streit um die Nut­zung der McDo­nalds-Wer­be­me­lo­die “Ich lie­be es” hat die 21. Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Mün­chen I am 18.08.2010 die Kla­ge des Kom­po­nis­ten abge­wie­sen.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Land­ge­richts Mün­chen I vom 18.08.2010 — 21 O 177/09.


Der Klä­ger war im April 2003 von einer Wer­be­agen­tur beauf­tragt wor­den, an der Erstel­lung eines Wer­be­jin­gles für McDo­nalds mit­zu­wir­ken. Sei­ne Kom­po­si­ti­on über­gab der Klä­ger der Wer­be­agen­tur auf CD und erhielt dafür € 1.500,00 und zwei Fla­schen Cham­pa­gner. Doch der Cham­pa­gner­se­lig­keit folg­te die Ernüch­te­rung: Weil er die welt­weit bekann­te Wer­be­me­lo­die “McDo­nalds – Ich lie­be es”, die auf ihn zurück­ge­he, nicht zur Ver­öf­fent­li­chung frei­ge­ge­ben habe, ver­klag­te der Kom­po­nist McDo­nalds auf Aus­kunft über die Nut­zung der Melo­die und Fest­stel­lung eines Scha­dens­er­satz­an­spru­ches. Die Beklag­te hin­ge­gen woll­te von einer Urhe­ber­rechts­ver­let­zung nichts wis­sen: Es sei für den durch­schnitt­li­chen Hörer nahe­zu unmög­lich, aus dem vom Klä­ger geschaf­fe­nen Rap eine Ton­fol­ge her­aus­zu­hö­ren. Außer­dem sei kein ein­zi­ger Ton der Kom­po­si­ti­on des Klä­gers iden­tisch mit ihrem Audio – Logo. Die Kla­ge müs­se im Übri­gen schon des­halb abge­wie­sen wer­den, weil die vom Klä­ger ggf. geschaf­fe­ne “Melo­die­fol­ge” kein schutz­fä­hi­ges Werk im Sin­ne des Urhe­ber­rechts dar­stel­le.


Dem folg­ten auch die Rich­ter der 21. Zivil­kam­mer in dem Urteil, so Scheel-Pötzl.


Dar­in heißt es: „Die Kam­mer, die das auf­grund ihrer musi­ka­li­schen All­ge­mein­bil­dung ohne Hin­zu­zie­hung eines Sach­ver­stän­di­gen beur­tei­len kann, ist … der Auf­fas­sung, dass die “Melo­die”, auf die in der Pro­duk­ti­on des Klä­gers der Text “McDo­nalds – Ich lie­be es” gerappt wird, kei­ne per­sön­li­che geis­ti­ge Schöp­fung im Sin­ne von § 2 Abs. 1 Nr. 2 UrhG dar­stellt, weil ihr die hier­für erfor­der­li­che Schöp­fungs­hö­he fehlt. … Bei­de Melo­die­fol­gen, auf die bei der Kom­po­si­ti­on des Klä­gers der Text “Ich lie­be es” gerappt wird, sind … so sehr von dem natür­li­chen Sprech­duk­tus vor­ge­ge­ben, dass sie nicht die erfor­der­li­che Schöp­fungs­hö­he auf­wei­sen. Was die drei Töne angeht, auf die in der Kom­po­si­ti­on des Klä­gers der Text­teil “McDo­nalds” gerappt wird, so ist die­se, da sie ledig­lich aus einer Terz und einer Sekun­de besteht, zu sim­pel, um die erfor­der­li­che Gestal­tungs­hö­he zu errei­chen.“


Scheel-Pötzl emp­fahl, dies zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — 

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