(Kiel) Das Land­ge­richt Köln hat am 30.11.2009 die Kla­ge der Kult Musik GmbH (Ham­burg) gegen die in Köln ansäs­si­ge Gotha­er All­ge­mei­ne Ver­si­che­rung AG abge­wie­sen, mit der Leis­tun­gen aus einer Tour­nee-Aus­fall­ver­si­che­rung betref­fend die für 2007 geplan­te Tour­nee des Sän­gers Hei­no ver­langt wur­den.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Land­ge­richts (LG) Köln vom 30.11.2009, Az.: 20 O 189/08.


Die Klä­ge­rin, deren Mit­ge­sell­schaf­ter Hei­no ist, hat­te bei der Beklag­ten und wei­te­ren Ver­si­che­run­gen eine Tour­nee-Aus­fall­ver­si­che­rung mit einer Gesamt­ver­si­che­rungs­sum­me von ins­ge­samt 3.625.000 Euro abge­schlos­sen, die grund­sätz­lich auch für den Fall einer Absa­ge wegen einer nach Abschluss des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges auf­ge­tre­te­nen Erkran­kung des Sän­gers geleis­tet wer­den soll­te. Nach­dem Hei­no im Sep­tem­ber 2007 u.a. an Tin­ni­tus erkrank­te und für meh­re­re Wochen sta­tio­när behan­delt wer­den muss­te, wur­de die Tour­nee abge­sagt und die Ver­si­che­rung auf Zah­lung von ins­ge­samt knapp 3,5 Mio. Euro in Anspruch genom­men.


Die Beklag­te ver­wei­ger­te die Zah­lung und berief sich auf feh­len­de und fal­sche Anga­ben in der vor Ver­trags­schluss im Juli 2007 abge­ge­be­nen Gesund­heits­er­klä­rung, in der ins­be­son­de­re “Tin­ni­tus” als Vor­er­kran­kung sowie die Ein­nah­me eines bestimm­ten Medi­ka­ments durch Hei­no nicht ange­ge­ben wor­den sei­en. Dem­ge­gen­über behaup­te­te die Klä­ge­rin, die Beschwer­den, die zur Absa­ge der Tour­nee führ­ten, sei­en erst­mals am 10.9.2007 auf­ge­tre­ten. Fal­sche Anga­ben sei­nen nicht gemacht wor­den, denn die unklar und miss­ver­ständ­lich for­mu­lier­ten Fra­gen in der Gesund­heits­er­klä­rung ziel­ten letzt­lich nur auf die Ver­an­stal­tungs­fä­hig­keit des Sän­gers ab, die im Zeit­punkt der Abga­be der Erklä­rung gege­ben gewe­sen sei.


Die­ser Auf­fas­sung, so betont Scheel-Pötzl, folg­te das Gericht jedoch nicht.


Das Land­ge­richt Köln kam nach Durch­füh­rung der Beweis­auf­nah­me, in der u.a. Hei­no und sei­ne Ehe­frau sowie (unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit) sei­ne Haus­ärz­tin als Zeu­gen ver­nom­men wor­den sind, zu der Über­zeu­gung, dass Hei­no bereits seit vie­len Jah­ren an Tin­ni­tus lei­det, mit­hin eine Vor­er­kran­kung bei Abga­be der Gesund­heits­er­klä­rung ver­schwie­gen wor­den ist. Das­sel­be gel­te für die Ein­nah­me eines ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Medi­ka­ments. Bei­des hät­te nach dem nicht miss­zu­ver­ste­hen­den Sinn der ent­spre­chen­den Fra­gen in der Gesund­heits­er­klä­rung ange­ge­ben wer­den müs­sen. Danach kann kei­ne Zah­lung aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag ver­langt wer­den, weil der Ver­si­che­rungs­fall nicht ein­ge­tre­ten ist und der Ver­trag zudem sei­tens der Beklag­ten wirk­sam wegen arg­lis­ti­ger Täu­schung ange­foch­ten wur­de. Die Ent­schei­dung ist nicht rechts­kräf­tig. Die unter­le­ge­ne Par­tei kann inner­halb eines Monats Beru­fung zum Ober­lan­des­ge­richt Köln ein­le­gen.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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