(Kiel) Das Land­ge­richt Mün­chen I hat zwei der Grün­dungs­ge­sell­schaf­te­rin­nen eines geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fonds mit Fonds­ob­jek­ten in Bay­ern und Ber­lin in ins­ge­samt vier Fäl­len zum Scha­dens­er­satz ver­ur­teilt.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die am 26.05.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urtei­le des Land­ge­richts (LG) Mün­chen I vom 20.4.2010, 28 O 12457/09, 28 O 12910, 12912 u. 12913/09 — nicht rechts­kräf­tig.


Nach Auf­fas­sung der 28. Zivil­kam­mer war der Fonds­pro­spekt inso­fern feh­ler­haft, als in die­sem davon die Rede sei, dass sich der Kauf­preis für das Fonds­ob­jekt in Ber­lin je nach Ver­än­de­rung der kal­ku­lier­ten Mie­te ändern kön­ne. Inso­weit wird im Pro­spekt von einer mög­li­chen Miet­min­de­rung oder Miet­meh­rung gespro­chen. Aller­dings hät­te für den Fall, dass sich kein Mie­ter gefun­den hät­te, der jeden­falls annä­hernd die pro­spek­tier­te Mie­te hät­te zah­len wol­len, die Erst­ver­mie­tungs­ga­ran­tie gegrif­fen: Dann hät­te in dem Fall, dass ein tat­säch­li­cher Miet­ertrag von 0 erzielt wor­den wäre, wegen der Miet­ga­ran­tie der vol­le Kauf­preis gezahlt wer­den müs­sen. Eine sol­che Kon­stel­la­ti­on ist nach Auf­fas­sung der Kam­mer aus den Erläu­te­run­gen im Pro­spekt nicht ersicht­lich. Viel­mehr deu­te die­ser an, dass sich je nach dem Ergeb­nis der Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen der Kauf­preis auch min­dern kön­ne. Dass die­ser in vol­ler Höhe zu zah­len wäre, wenn die Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen gar kei­nen Erfolg haben soll­ten bzw. bezüg­lich einer Teil­flä­che kei­nen Erfolg haben wür­den, sei dem Pro­spekt an die­ser Stel­le nicht zu ent­neh­men.


In allen vier ent­schie­de­nen Fäl­len waren die Rich­ter nach Anhö­rung der Auf­fas­sung, so Kroll, dass die Klä­ger bei der gebo­te­nen Auf­klä­rung über die­sen Pro­spekt­feh­ler nicht gezeich­net hät­ten.


Dem Antrag der Beklag­ten, hier­zu jeweils die Ver­mitt­ler als Zeu­gen zu hören, kam das Gericht nicht nach. Eine Ein­ver­nah­me der Ver­mitt­ler allein zu der von den Beklag­ten­ver­tre­tern gerichts­be­kannt in jedem Anle­ger­pro­zess pau­schal auf­ge­stell­ten Behaup­tung, der Anle­ger – gleich wel­cher Anla­ge – hät­te sich auch bei Kennt­nis eines „ver­meint­li­chen“ Pro­spekt­feh­lers betei­ligt, sei pro­zes­su­al nicht zuläs­sig.


Hin­sicht­lich des gel­tend gemach­ten Scha­dens hat­ten die Anle­ger je nach Lage des Ein­zel­falls deut­li­che Abstri­che hin­zu­neh­men. Wegen der durch die Kapi­tal­bin­dung ent­gan­ge­nen Zin­sen dif­fe­ren­zier­te die 28. Zivil­kam­mer nach Lage des jewei­li­gen Fal­les, außer­dem muss­ten sich die Anle­ger die erhal­te­nen Aus­schüt­tun­gen sowie die auf Abschrei­bun­gen (also nicht den Kre­dit­kos­ten) basie­ren­den steu­er­li­chen Vor­tei­le anrech­nen las­sen.


Kroll riet, die Urtei­le zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.
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