(Kiel) Das Land­ge­richt Mün­chen I hat die Rechts­nach­fol­ge­rin einer Genos­sen­schafts­bank, die die Betei­li­gung vie­ler Anle­ger an einem Immo­bi­li­en­fonds finan­zier­te, dazu ver­ur­teilt, an die kla­gen­den Anle­ger, die ihre Betei­li­gung über die Rechts­vor­gän­ge­rin der Beklag­ten finan­ziert hat­te, sämt­li­che seit 1997 gezahl­ten Zins- und Til­gungs­ra­ten zurück­zu­zah­len und die­se dar­über hin­aus von den Rest­ver­bind­lich­kei­ten aus dem Finan­zie­rungs­dar­le­hen frei­zu­stel­len. Die­ses wird mitt­ler­wei­le von einer drit­ten Bank geführt.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 21.01.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Land­ge­richts (LG) Mün­chen I vom 12.01.2010, Az. 28 O 24981/07.


Die Rich­ter begrün­de­ten ihre Ent­schei­dung damit, dass nach ihren auch in ande­ren Ver­fah­ren getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen für das Bau­vor­ha­ben in Mün­chen, bei dem die Fonds­ge­sell­schaft laut Pro­spekt 14 Eigen­tums­woh­nun­gen erwer­ben woll­te, im Zeit­punkt des Erwerbs im März 1997 noch kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung vor­ge­le­gen habe. Die­ser Umstand löse die Haf­tung der Ver­ant­wort­li­chen des Fonds aus, weil der Ein­druck erweckt wor­den sei, als sei das Bau­vor­ha­ben bereits kon­kret vor­be­rei­tet. Von die­sem Ver­hal­ten habe die Rechts­vor­gän­ge­rin der Beklag­ten gewusst, weil sie mit den Initia­to­ren des Fonds eng zusam­men­ge­ar­bei­tet habe, u.a. sei­en im Hin­blick auf die mög­li­chen Finan­zie­rungs­wün­sche poten­ti­el­ler Anle­ger sog. „Boni­täts­ras­ter“ aus­ge­tauscht wor­den.


Nach neu­es­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richt­hofs (BGH Urteil vom 10.11.2009, XI ZR 252/08) kön­ne die Beklag­te der Rück­for­de­rung der seit 1997 geleis­te­ten Raten auch nicht teil­wei­se Ver­jäh­rung ent­ge­gen­hal­ten, so dass die Beklag­te die gesam­ten geleis­te­ten Zah­lun­gen an die Klä­ger zu erstat­ten habe. Im Übri­gen sei fest­zu­stel­len, dass die Beklag­te auch den Scha­den zu tra­gen habe, der sich erge­ben kön­ne, wenn die Finanz­be­hör­den die seit 1997 unter Berück­sich­ti­gung der von den Klä­gern gel­tend gemach­ten Ver­lust­zu­wei­sun­gen ergan­ge­nen Steu­er­be­schei­de auf­hö­ben und die Klä­ger anschlie­ßend neu ver­an­la­gen wür­den.


Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig.


Kroll riet, das Urteil zu beach­ten und in Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.
c/o. Dr. Nietsch & Kroll Rechts­an­wäl­te
Spal­dings­tr. 110 B (Han­se-Haus)
20097 Ham­burg
Tel.:  +4940–238569 — 0
Fax: +4940–238569 — 10
Mail: kroll@nkr-hamburg.de
Inter­net: www.nkr-hamburg.de