(Kiel) Das Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth hat am 19. Janu­ar 2011 in einem Rechts­streit, in dem die Zen­tra­le zur Bekämp­fung unlau­te­ren Wett­be­werbs e. V. gegen einen Geträn­ke­her­stel­ler aus der Ober­pfalz Unter­las­sungs­an­sprü­che wegen des Ver­kaufs und der Bewer­bung von „Bio­mi­ne­ral­was­ser“ gel­tend gemacht hat­te, ein Urteil ver­kün­det.

Danach darf die Beklag­te fort­an natür­li­ches Mine­ral­was­ser nicht mehr unter der Bezeich­nung „Bio­mi­ne­ral­was­ser“ bewer­ben und in den Ver­kehr brin­gen. Auch wur­de ihr unter­sagt, ein ent­spre­chen­des „Bio“-Siegel für ihr Mine­ral­was­ser zu benut­zen. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Land­ge­richts (LG) Nürn­berg-Fürth vom 19.01.2011 – Az.: 3 O 819/10.

Die Par­tei­en strit­ten dar­über, ob die von der Beklag­ten gebrauch­te Bezeich­nung „Bio­mi­ne­ral­was­ser“ und die Ver­wen­dung eines ent­spre­chen­den Sie­gels irre­füh­rend sei­en, weil natür­li­ches Mine­ral­was­ser immer sei­nen Ursprung in unter­ir­di­schen, vor Ver­un­rei­ni­gun­gen geschütz­ten Quell­vor­kom­men habe und daher auch ursprüng­lich rein sei. Nach­dem ein noch in der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 3. Novem­ber 2010 ange­streb­ter Ver­gleich zwi­schen den Par­tei­en geschei­tert war, hat­te die Drit­te Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Nürn­berg-Fürth den Recht­streit nun­mehr durch Urteil zu ent­schei­den. Sie hat den Kla­ge­an­trä­gen umfas­send statt­ge­ge­ben und die Beklag­te dazu ver­ur­teilt, es zu unter­las­sen, natür­li­ches Mine­ral­was­ser unter der Bezeich­nung „Bio­mi­ne­ral­was­ser“ zu bewer­ben und in den Ver­kehr zu brin­gen sowie ein ent­spre­chen­des „Bio“-Kennzeichen für ihr Mine­ral­was­ser zu benut­zen. Zudem hat die Beklag­te die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

Das Gericht hat sich dabei der Auf­fas­sung der Zen­tra­le zur Bekämp­fung unlau­te­ren Wett­be­werbs e. V. ange­schlos­sen und fest­ge­stellt, so Dr. Ise­le, dass die von der Beklag­ten für ihr Mine­ral­was­ser gewähl­te Bezeich­nung und deren Wer­bung irre­füh­rend sei­en. Die ange­spro­che­nen Ver­kehrs­krei­se erwar­te­ten, dass sich “Bio-Mine­ral­was­ser” von “kon­ven­tio­nel­lem” Mine­ral­was­ser dadurch unter­schei­de, dass es in einem hoheit­lich regle­men­tier­ten und beson­ders zurück­hal­ten­den Gewin­nungs- und Her­stel­lungs­pro­zess unter Ver­zicht auf Zusatz­stof­fe gewon­nen wor­den sei. Die­se beim Ver­brau­cher sug­ge­rier­ten Erwar­tun­gen wür­den durch das streit­ge­gen­ständ­li­che Mine­ral­was­ser der Beklag­ten jedoch nicht erfüllt.

Es exis­tier­ten kei­ner­lei gesetz­li­che oder sons­ti­ge hoheit­li­che Vor­ga­ben für den Her­stel­lungs­pro­zess, viel­mehr sei das vom Beklag­ten auf­ge­stell­te Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­tem rein pri­vat­recht­lich orga­ni­siert. Der Kri­te­ri­en­ka­ta­log die­ses Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­tems knüp­fe dabei ledig­lich an Grenz­wer­te der Trink­was­ser­ver­ord­nung an, die auch dann gel­ten, wenn ein natür­li­ches Mine­ral­was­ser als geeig­net für die Berei­tung von Säug­lings­nah­rung bezeich­net wer­den soll. Das Mine­ral­was­ser der Beklag­ten wei­se daher kei­ner­lei beson­de­re Eigen­schaf­ten auf, die es von ande­ren, ver­gleich­ba­ren Mine­ral­was­sern unter­schei­de. Auch die­se Pro­duk­te sei­en gekenn­zeich­net durch ursprüng­li­che Rein­heit, durch ihren Gehalt an Mine­ra­li­en, Spu­ren­ele­men­ten oder sons­ti­gen Bestand­tei­len und durch bestimm­te ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Wir­kun­gen. Schließ­lich sei auch das von der Beklag­ten auf ihren Fla­schen ver­wen­de­te Sie­gel “Bio Mine­ral­was­ser” dem Öko­kenn­zei­chen nach­ge­macht und des­halb selbst noch zur Irre­füh­rung über ver­kehrs­we­sent­li­che Eigen­schaf­ten geeig­net.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, die Ent­schei­dung und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.


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