(Kiel) Das Landgericht Ham­burg hat am 23.11.2009 über mehrere Kla­gen der Ver­braucherzen­trale Ham­burg e.V. gegen ver­schiedene Ver­sicherungs­ge­sellschaften entsch­ieden und ihnen zum wesentlichen Teil stattgegeben.

Die Ver­band­skla­gen der Ver­braucherzen­trale,  so der Ham­burg­er Recht­san­walt Matthias W. Kroll, LL.M., Leit­er des Fachauss­chuss­es „Finanz­di­en­stleis­tungs- und Ver­sicherungsrecht“ der DASV Deutschen Anwalt- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Landgerichts Ham­burg vom gle­ichen Tage, richteten sich gegen die All­ge­meine Ver­sicherungs­be­din­gun­gen ver­schieden­er Ver­sicherungs­ge­sellschaften im Bere­ich der Regelungskom­plexe Kündi­gung, Prämien­freis­tel­lung, Stornoabzug und Abschlusskosten­ver­rech­nung bei Kap­i­tallebensver­sicherun­gen, Renten­ver­sicherun­gen und fonds­ge­bun­de­nen Lebens- oder Renten­ver­sicherun­gen.


Zu einem wesentlichen Anteil, so betont Kroll aus­drück­lich, hat­ten die Kla­gen Erfolg.


Soweit das Landgericht bes­timmte Klauseln der All­ge­meinen Ver­sicherungs­be­din­gun­gen wegen ein­er Ver­let­zung des Trans­paren­zge­botes für unwirk­sam erk­lärt hat, liegt ein wiederkehren­der und tra­gen­der Grund darin, dass die Klauseln bzw. die in Bezug genomme­nen Tabellen der Ver­sicher­er nicht hin­re­ichend deut­lich zwis­chen dem so genan­nten Rück­kauf­swert gemäß § 176 Abs. 3 VVG alter Fas­sung ein­er­seits und dem Stornoabzug, der zusät­zlich gemäß § 176 Abs 4 VVG alter Fas­sung vere­in­bart wer­den kon­nte, ander­er­seits dif­feren­zieren. Aus den Klauseln bzw. Tabellen geht nicht deut­lich genug her­vor, dass sie dem Ver­sicherungsnehmer als Rück­kauf­swerte bzw. beitrags­freie Ver­sicherungssum­men Beträge nen­nen, bei denen fak­tisch die Stornoabzüge bere­its enthal­ten sind. Auf diese Weise führen die Klauseln dem Ver­sicherungsnehmer wed­er das volle Aus­maß sein­er wirtschaftlichen Nachteile bei ein­er Kündi­gung oder Beitrags­freis­tel­lung vor Augen, noch wird eine Ver­gle­ich­barkeit mit anderen Ange­boten, auch anderen Kap­i­ta­lan­la­gen, erre­icht.


Kroll erk­lärte, dass das Urteil gravierende Auswirkun­gen in Mil­liar­den­höhe für die Ver­sicher­er haben kön­nte und mah­nte, die For­ten­twick­lung zu beacht­en.
Er riet allen Ver­brauch­ern und den Ver­sicher­ern, in Zweifels­fra­gen Recht­srat einzu­holen, wobei er  dazu u. a. auch auf Bank- und Kap­i­tal­mark­trecht spezial­isierten Anwälte und Anwältin­nen in der DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Matthias W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insur­ance Law
Leit­er des Fachauss­chuss­es XIV „Finanz­di­en­stleis­tungs- und Ver­sicherungsrecht“
der DASV Deutschen Anwalt- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e.V.
c/o. Dr. Nietsch & Kroll Recht­san­wälte
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