(Kiel) Der unter ande­rem für das Mar­ken­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat am 16.07.2009 über die Rechts­be­stän­dig­keit der Ein­tra­gung eines Lego­steins als Mar­ke ent­schie­den.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Beschlüs­se des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 16.07.2009, Az.: I ZB 53/07 und 55/07.


Ein Lego­stein mit der typi­schen Nop­pen­an­ord­nung auf der Ober­sei­te war vom Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt im Jah­re 1996 als drei­di­men­sio­na­le Mar­ke für die Ware “Spiel­bau­stei­ne” ein­ge­tra­gen wor­den. Dage­gen rich­te­ten sich meh­re­re Löschungs­an­trä­ge, weil nach Mei­nung der Antrag­stel­ler die drei­di­men­sio­na­le Mar­ke nicht hät­te ein­ge­tra­gen wer­den dür­fen.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat die vom Bun­des­pa­tent­ge­richt aus­ge­spro­che­ne Löschung der Mar­ke bestä­tigt, so Scheel-Pötzl.


Er hat ange­nom­men, dass der Lego­stein von der Ein­tra­gung als drei­di­men­sio­na­le Mar­ke nach § 3 Abs. 2 Nr. 2 Mar­kenG aus­ge­schlos­sen ist. Nach die­ser Bestim­mung sind Zei­chen dem Mar­ken­schutz nicht zugäng­lich, wenn sie aus­schließ­lich aus einer Form bestehen, die zur Errei­chung einer tech­ni­schen Wir­kung erfor­der­lich ist. Der Vor­schrift des § 3 Abs. 2 Nr. 2 Mar­kenG liegt der Rechts­ge­dan­ke zugrun­de, dass im All­ge­mein­in­ter­es­se For­men vom Mar­ken­schutz frei­ge­hal­ten wer­den müs­sen, deren wesent­li­che Merk­ma­le eine tech­ni­sche Funk­ti­on erfül­len.


Der Bun­des­ge­richts­hof ist davon aus­ge­gan­gen, dass für die Fra­ge der Ein­tra­gung des Spiel­bau­steins als Mar­ke aus­schließ­lich auf die Klemm­nop­pen auf der Ober­sei­te des Spiel­steins abzu­stel­len ist. Die qua­der­för­mi­ge Gestal­tung des Steins kann für den Mar­ken­schutz nicht berück­sich­tigt wer­den, weil es sich um die Grund­form der Waren­gat­tung han­delt, die nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 Mar­kenG nicht geschützt wer­den kann. Die Nop­pen auf der Ober­sei­te des Spiel­steins haben aus­schließ­lich eine tech­ni­sche Funk­ti­on. Sie sind im Zusam­men­wir­ken mit der Gestal­tung der Innen­sei­te des Spiel­steins Teil des für Lego typi­schen Klemm­sys­tems. Über wei­ter­ge­hen­de nicht tech­ni­sche Gestal­tungs­merk­ma­le ver­fügt der Leg­o­bau­stein nicht. Die tech­ni­schen Bestand­tei­le des Spiel­steins müs­sen aber im Inter­es­se der Wett­be­wer­ber vom Mar­ken­schutz frei­ge­hal­ten wer­den.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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