(Kiel) Ver­spä­tun­gen im Flug­ver­kehr sind häu­fig, oft zum Leid­we­sen der Rei­sen­den. Wenn sich die Flug­ge­sell­schaf­ten dann noch wenig kulant zei­gen, ist der Ärger umso grö­ßer.

Umso mehr, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist nun ein Urteil des Kam­mer­ge­richts Ber­lin vom 21.09.2009, Az.: 20 U 186/08, zu begrü­ßen, mit dem eine Flug­ge­sell­schaft in ihre Schran­ken ver­wie­sen wur­de.


In dem Fall lagen wegen einer anfal­len­den Repa­ra­tur am Flug­zeug zwi­schen der geplan­ten Abflug­zeit um 11:35 Uhr und dem tat­säch­li­chen Abflug um 19:10 Uhr mehr als sie­ben Stun­den. Obwohl die Flug­gäs­te hier noch auf einen ande­ren Flug umge­bucht wur­den, behan­del­te die Flug­ge­sell­schaft den Fall nicht als „Annul­lie­rung“ des Flu­ges, son­dern als „Forst­set­zung des ursprüng­li­chen Flu­ges“, um nicht die vol­le Aus­gleichs­zah­lung an den Rei­sen­den leis­ten zu müs­sen.


Damit, so Klar­mann, fand die­se jedoch weder in ers­ter Instanz noch vor dem Kam­mer­ge­richt Ber­lin Gehör.


Ein Flug ist als annul­liert anzu­se­hen, wenn zwi­schen dem geplan­ten Abflug und dem tat­säch­li­chen Abflug hier sie­ben Stun­den 35 Minu­ten lie­gen. Dar­an ände­re auch nichts, dass die Flug­ge­sell­schaft für den mehr als sie­ben Stun­den spä­ter statt­fin­den­den Flug die­sel­be Flug­num­mer bei­be­hal­ten habe. Das sei kei­ne Fort­set­zung des geplan­ten Flu­ges, son­dern „schlicht­weg“ ein ande­rer Flug.


Soweit die Flug­ge­sell­schaft sich dar­auf stüt­ze, dass es sich bei der Repa­ra­tur im Brems­be­reich um einen „außer­ge­wöhn­li­chen Umstand“ han­de­le, der gemäß Art. 5 III der Ver­ord­nung einer Haf­tung ent­ge­gen­ste­he, hel­fe ihr dies nicht wei­ter. Sie habe bis zum Ablauf der Beru­fungs­be­grün­dungs­frist nicht ein­mal nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt, dass und aus wel­chen ein­zel­nen Grün­den die Repa­ra­tur im Brems­be­reich auf außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­den beruht habe. Ihre Erläu­te­run­gen in der Beru­fungs­be­grün­dung sei­en uner­heb­lich. Es kom­me nicht dar­auf an, dass die Flug­ge­sell­schaft Beweis für ihre Behaup­tung antritt, solan­ge die­se nicht ein­mal dar­le­ge, um wel­chen tech­ni­schen Feh­ler es sich gehan­delt habe und wes­halb die­ser nicht vor­her­seh­bar gewe­sen sei. Hier­zu hät­te sie auf­grund der Aus­füh­run­gen des Amts­ge­richts hin­rei­chen­den Anlass gehabt.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
DASV Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 300
Fax: 0431 – 973 3099
Email: j.klarmann@pani‑c.de
www.pani‑c.de