(Kiel) Die Scha­dens­er­satz­kla­ge von zwei Aktio­nä­ren der fre­e­n­et AG (frü­he­re Mobil­Com AG) gegen die Fran­ce Telecom im Zusam­men­hang mit dem Erwerb von UMTS-Lizen­zen im August 2000 ist rechts­kräf­tig abge­wie­sen. Der Bun­des­ge­richts­hof hat jetzt ent­schie­den, dass ein Rechts­mit­tel gegen das Urteil des 5. Zivil­se­nats (Ban­ken­se­nat) des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts aus dem Okto­ber 2010 nicht zuge­las­sen wird.

Dar­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Gewerb­li­chen Rechts­schutz und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL.M. von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 31.05.2012 zu sei­nem Urteil vom 28.10.2010 – Az.: 5 U 55/09 – sowie

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23.04.2012, Az.: II ZR 229/10)

Anläss­lich der bevor­ste­hen­den Ver­stei­ge­rung von UMTS-Lizen­zen durch die Regu­lie­rungs­be­hör­de für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und Post im Jahr 2000 begrün­de­ten die Mobil­Com AG und die Fran­ce Telecom SA eine Zusam­men­ar­beit mit einem Koope­ra­ti­ons­rah­men­ver­trag. Die­ser Ver­trag regel­te die gene­rel­le Zusam­men­ar­beit der Ver­trags­part­ner Mobil­Com, Fran­ce Telecom und des dama­li­gen Mehr­heits­ge­sell­schaf­ters und Vor­stands­vor­sit­zen­den von Mobil­Com Ger­hard Schmid. Nach Erstei­ge­rung einer UMTS-Lizenz kam es in der Fol­ge­zeit zu Unstim­mig­kei­ten zwi­schen den Geschäfts­part­nern. Fran­ce Telecom kün­dig­te den Koope­ra­ti­ons­ver­trag und been­de­te in der Fol­ge­zeit die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Mobil­Com, der dar­auf­hin die Insol­venz droh­te. Die dama­li­ge Bun­des­re­gie­rung schal­te­te sich in die Ver­hand­lun­gen zur Ret­tung der Mobil­Com AG ein. Nach einer Ver­gleichs­ver­ein­ba­rung zwi­schen den Geschäfts­part­nern stieg Mobil­Com aus dem UMTS-Geschäft aus und Fran­ce Telecom über­nahm sämt­li­che Ver­bind­lich­kei­ten der Mobil­Com aus dem UMTS-Geschäft.

Die bei­den Klä­ge­rin­nen, die Aktio­nä­re der fre­e­n­et AG (frü­he­re Mobil­Com AG) sind, ver­lang­ten zunächst von der Fran­ce Telecom Scha­dens­er­satz über mehr als 5,3 Mil­li­ar­den Euro. Nach­dem das Land­ge­richt Kiel im Jahr 2009 die Kla­ge abge­wie­sen hat­te, so Leis, ver­lang­ten die bei­den Klä­ge­rin­nen vor dem Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richt nur noch die Zah­lung von einer Mil­li­on Euro Scha­dens­er­satz an die fre­e­n­et AG. Zur Begrün­dung führ­ten sie aus, dass die Fran­ce Telecom auf die Mobil­Com nach dem Koope­ra­ti­ons­ver­trag aus dem Jahr 2000 einen beherr­schen­den Ein­fluss gehabt und die Mobil­Com so zu wirt­schaft­lich nach­tei­li­gen Ent­schei­dun­gen bewegt habe. Der Ban­ken­se­nat in Schles­wig hat­te mit Urteil von Okto­ber 2010 den Koope­ra­ti­ons­rah­men­ver­trag nicht als einen Beherr­schungs­ver­trag ange­se­hen und auch einen fak­ti­schen beherr­schen­den Ein­fluss der Fran­ce Telecom auf die Mobil­Com AG ver­neint. Die Scha­dens­er­satz­kla­ge wur­de abge­wie­sen und ein Rechts­mit­tel zum Bun­des­ge­richts­hof nicht zuge­las­sen.

Beim Bun­des­ge­richt haben die bei­den Klä­ge­rin­nen die Zulas­sung des Rechts­mit­tels bean­tragt (soge­nann­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de). Der Bun­des­ge­richts­hof hat mit Beschluss vom 23. April 2012 nun die Beschwer­de der Klä­ge­rin­nen zurück­ge­wie­sen.

Leis emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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