(Kiel) Für eine miss­glück­te Brust­straf­fung kann eine jun­ge Frau von dem behan­deln­den plas­ti­schen Chir­ur­gen kei­nen Scha­dens­er­satz ver­lan­gen, wenn sich die Risi­ken der Ope­ra­ti­on ver­wirk­li­chen, über die sie zuvor auf­ge­klärt wor­den ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 1.02.2012 zu sei­nem Beschluss vom 25. Janu­ar 2012 — 4 U 103/10.

Die zum Ope­ra­ti­ons­zeit­punkt 18 Jah­re alte Schü­le­rin war im Bei­sein ihrer Eltern von dem in Ham­burg täti­gen plas­ti­schen Chir­ur­gen über die Risi­ken der Ope­ra­ti­on auf­ge­klärt wor­den. Bei der Ope­ra­ti­on erfolg­te eine Straf­fung bei­der Brüs­te und eine gering­fü­gi­ge Reduk­ti­on der rech­ten Brust, um eine bestehen­de Asym­me­trie zu besei­ti­gen. Nach der Ope­ra­ti­on kam es zu einer Wund­in­fek­ti­on der lin­ken Brust, die erst nach zwei Mona­ten abheil­te. Nach Aus­hei­lung lagen eine erheb­li­che Nar­ben­bil­dung und eine Asym­me­trie der Brüs­te vor. Die Klä­ge­rin ver­lang­te dar­auf­hin von dem behan­deln­den Arzt, ihr die Kos­ten für die Ope­ra­ti­on in Höhe von 6.000 Euro zu erstat­ten und ein Schmer­zens­geld in Höhe von 5.000 Euro zu zah­len. Im gericht­li­chen Ver­fah­ren wur­de das Gut­ach­ten eines sach­ver­stän­di­gen Arz­tes ein­ge­holt. Die­ser kam zu dem Ergeb­nis, dass ärzt­li­cher­seits kei­ne Feh­ler bei der Vor­nah­me der Ope­ra­ti­on und bei der anschlie­ßen­den Wund­ver­sor­gung gemacht wor­den sind.

Aus den Grün­den, so Klar­mann:

Der beklag­te Arzt haf­tet weder auf­grund eines Behand­lungs­feh­lers noch auf­grund eines Auf­klä­rungs­feh­lers. “Ein Behand­lungs­feh­ler liegt nur bei der schuld­haf­ten Ver­let­zung der Regeln der ärzt­li­chen Kunst vor, allein der Miss­erfolg ver­mag eine Haf­tung nicht zu begrün­den.” Ein Behand­lungs­feh­ler im Rah­men der Ope­ra­ti­on liegt nach dem Gut­ach­ten des Sach­ver­stän­di­gen nicht vor. “Die ein­ge­tre­te­ne Infek­ti­on wäh­rend einer Ope­ra­ti­on oder eines Kli­nik­auf­ent­hal­tes bzw. einer ärzt­li­chen Behand­lung fällt nicht in den voll beherrsch­ba­ren Risi­ko­be­reich auf Behand­ler­sei­te, sofern nicht ein kon­kre­ter Hygie­neman­gel nach­zu­wei­sen ist. Die Infek­ti­on gehört zum all­ge­mei­nen Ope­ra­ti­ons­ri­si­ko, auf das die Klä­ge­rin hin­ge­wie­sen wor­den ist.”

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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Jens Klar­mann
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