(Kiel) Wer sein Haus neben einem Grund­stück mit umfan­gre­ichem Baumbe­stand errichtet, muss selb­st Vor­sorge tre­f­fen, dass der Wasserbe­darf der Nach­bar­spflanzen sein Gebäude nicht schädigt. Denn wenn der „Durst“ der Bäume zu Set­zungsris­sen am Haus führt, kann er vom Nach­barn nicht mit Erfolg Schadenser­satz ver­lan­gen.

Das, so der Kiel­er Recht­san­walt Jens Klar­mann, Lan­desre­gion­alleit­er „Schleswig-Hol­stein“ der DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. mit Sitz in Kiel, entsch­ied das Landgericht Coburg in ein­er am 07.09.2009 veröf­fentlicht­en Entschei­dung vom 20. Mai 2009, Az: 12 O 399/07 und wies die Klage ein­er Haus­be­sitzerin gegen die Eigen­tümerin eines mit Eichen bewach­se­nen Grund­stücks – eine Gemeinde – auf Schadenser­satz in Höhe von rund 21.500 € ab.


Im Jahre 1990 ließ die Klägerin ihr Zweifam­i­lien­haus erricht­en. Auf dem der Gemeinde gehören­den Nach­bar­grund­stück standen bere­its damals im Abstand von ca. 10 Metern zum Haus etliche Eichen, die im Bebau­ungs­plan als erhal­tenswert­er Baumbe­stand aus­gewiesen waren. Im Laufe der Jahre bilde­ten sich am Haus der Klägerin Risse, für die die Klägerin den Wasserbe­darf der Bäume und damit die Gemeinde ver­ant­wortlich machte. Sie ver­langte rund 21.500 € zur Schadens­be­sei­t­i­gung.


Das Landgericht Coburg wies ihre Klage jedoch ab, betont Klar­mann.


Es kon­nte schon kein schuld­haftes Fehlver­hal­ten der Beklagten erken­nen. Vor dem Ein­tritt des Schadens bestanden keine konkreten Anhalt­spunk­te für eine von den Eichen aus­ge­hende Gefahr für das Anwe­sen der Klägerin. Ohne der­ar­tige Anze­ichen ein­fach ein vor­sor­glich­es Fällen der Bäume zu ver­lan­gen, würde die Gren­ze des Zumut­baren über­schre­it­en. Eben­so wenig kon­nte eine vor­beu­gende Sich­tung oder gar Kap­pung der Wurzeln ver­langt wer­den. Im Übri­gen hätte es der Klägerin oble­gen, beim Bau durch entsprechend tiefe Fun­da­mente von den bere­its vorhan­de­nen Bäu­men aus­ge­hen­den Set­zungs­ge­fahren zu begeg­nen.


Klar­mann emp­fahl, dies zu beacht­en und ggfs. rechtlichen Rat in Anspruch zu nehmen, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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