(Kiel) Ein Zei­tungs­ver­lag han­delt nicht wett­be­werbs­wid­rig, wenn er auf einer Zei­tungs­sei­te, die deut­lich mit “Anzei­gen-Forum” über­schrie­ben ist, Anzei­gen in der­sel­ben Form wie Redak­ti­ons­bei­trä­ge ver­öf­fent­licht. Es liegt kein Wett­be­werbs­ver­stoß vor, weil ein Leser der Zei­tung die Wer­be­an­zei­ge von den redak­tio­nel­len Bei­trä­gen in der Zei­tung aus­rei­chend unter­schei­den kann.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 4.01.2012 zu sei­nem Urteil vom 29. Dezem­ber 2011, Az.: 6 U 30/11.

In dem Fall pries die Zei­tungs­an­zei­ge mit der Über­schrift “Mit star­ken Wel­len gegen Fett” in höchs­ten Tönen die Vor­zü­ge einer Ultra­schall­wel­len­the­ra­pie, die den Fett­ab­bau im mensch­li­chen Kör­per beschleu­ni­gen soll­te. Die Anzei­ge ent­hielt einen Bericht über eine Kos­me­ti­ke­rin, die die­se Metho­de als Alter­na­ti­ve zur Fett­ab­sau­gung anwen­det, und ende­te mit den Kon­takt­da­ten des Kos­me­tik­stu­di­os. Vom Lay­out her war die Anzei­ge wie ein redak­tio­nel­ler Arti­kel gestal­tet. Finan­ziert wor­den war die Anzei­ge von der Kos­me­ti­ke­rin. Zusam­men mit ande­ren Anzei­gen von Unter­neh­men erschien sie im Novem­ber 2010 in einer schles­wig-hol­stei­ni­schen Zei­tung auf einer Sei­te, die mit “Anzei­gen-Forum” über­schrie­ben war.

Gegen den an Zei­tungs­ver­lag klag­te sodann ein Ver­band aus Ber­lin und mach­te gel­tend, dass in der Anzei­gen­ge­stal­tung eine unzu­läs­si­ge geschäft­li­che Hand­lung des Ver­la­ges nach dem Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb (UWG) vor­lie­ge.

Das, so betont Dr. Ise­le, sah das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­lan­des­ge­richt jedoch anders.

Es liegt kei­ne unzu­läs­si­ge geschäft­li­che Hand­lung des Zei­tungs­ver­la­ges und damit auch kein Wett­be­werbs­ver­stoß vor. Ein durch­schnitt­lich infor­mier­ter, auf­merk­sa­mer und ver­stän­di­ger Leser kann die bean­stan­de­te Anzei­ge ohne wei­te­res als Wer­bung erken­nen. Hier­für spre­chen die deut­li­che Kenn­zeich­nung der gesam­ten Sei­te als “Anzei­gen-Forum” und die “durch­weg loben­den, bei­na­he über­schwäng­li­chen” For­mu­lie­run­gen in der Anzei­ge. Nicht jede Anzei­ge muss stets ein­zeln als sol­che gekenn­zeich­net sein.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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Dr. Jan Felix Ise­le, Rechts­an­walt
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