(Kiel) Nur Hun­de, deren Hal­tung zur Ein­kom­mens­er­zie­lung für einen Betrieb not­wen­dig ist, unter­fal­len nicht der Steu­er­pflicht.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat die 2. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier mit Urteil vom 01. Okto­ber 2009 ent­schie­den —  Az.: 2 K 327/09.TR -.


Der Ent­schei­dung lag die Kla­ge eines Land­wirts zugrun­de, der auf sei­ner Hof­stel­le einen Schä­fer­hund hält. Zur Begrün­dung sei­nes Begeh­rens führ­te der Klä­ger aus, die Hal­tung des Hun­des die­ne aus­schließ­lich dem Betrieb der Land­wirt­schaft. Er wer­de zur Bewa­chung der Hof­stel­le und zur Betrei­bung der aus der­zeit 13 Tie­ren bestehen­den Gal­lo­way-Rin­der­zucht benö­tigt. Die Tie­re sei­en auf den Wei­den frei­lau­fend und im Ver­gleich zu Milch­vieh leb­haft bis aggres­siv. Von daher benö­ti­ge er den Hund beim Betre­ten der Wei­den zur Ver­rich­tung der erfor­der­li­chen Arbei­ten, wie bspw. Füt­te­rung und Set­zen von Ohr­mar­ken. Der Hund trei­be her­an pre­schen­de und angrei­fen­de Tie­re zurück und hel­fe bei der Abson­de­rung ein­zel­ner Tie­re. Damit erfül­le der Hund eine auf die Wild­rind­hal­tung aus­ge­rich­te­te Schutz­funk­ti­on.


Die­ser Argu­men­ta­ti­on ver­moch­ten sich die Rich­ter der 2. Kam­mer indes nicht anzu­schlie­ßen, betont Pas­sau.


Sie sahen das Merk­mal der Not­wen­dig­keit der Hun­de­hal­tung nicht erfüllt, da die Rin­der­zucht des Klä­gers auch ohne die Hal­tung eines Hun­des betrie­ben wer­den kön­ne. So bedür­fe es zur Bewa­chung einer Her­de, die sich in ein­ge­zäun­ten Wei­den auf­hal­te, nicht zwin­gend eines Hun­des. Auch dass der Hund dem Schutz des Klä­gers bei Ver­rich­tung der für die Rin­der­hal­tung erfor­der­li­chen Arbei­ten die­ne, füh­re nicht zur betrieb­li­chen Not­wen­dig­keit für des­sen Hal­tung, son­dern begrün­de ledig­lich deren Nütz­lich­keit. Es bestün­de näm­lich auch die Mög­lich­keit, Ein­zel­bo­xen und Fang­gat­ter ein­zu­set­zen, sodass eine Rin­der­zucht mit einem Bestand von 13 Gal­lo­way-Rin­dern durch­aus auch ohne Hal­tung eines Hun­des vor­stell­bar sei. Soweit die Hal­tung des Hun­des auch der Bewa­chung der nur am Wochen­en­de bewohn­ten Hof­stel­le die­ne, sei die­sem Umstand durch die Gewäh­rung der inso­weit vor­ge­se­he­nen Steu­er­ermä­ßi­gung Rech­nung getra­gen. Gegen die Ent­schei­dung kön­nen die Betei­lig­ten inner­halb eines Monats die Zulas­sung der Beru­fung durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bean­tra­gen.


Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen oder recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DASV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 3020
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@mittelstands-anwaelte.de
www.mittelstands-anwaelte.de