(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat dem Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men Tele2 GmbH durch Urteil vom 19.05.2009 unter­sagt, mit der Anga­be „Als Start­ge­schenk erhal­ten Sie von uns 180 Frei­mi­nu­ten“ zu wer­ben. (Az.: I‑20 U 77/08)

Nach Über­zeu­gung des Senats, so die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist die Wer­bung irre­füh­rend, weil das Unter­neh­men kei­ne „ech­ten Frei­mi­nu­ten“ gewäh­re, son­dern ledig­lich eine Gut­schrift von 4,18 Euro. So wäre bei dem von der Beklag­ten ange­bo­te­nen Mobil­funk­ta­rif das „Start­ge­schenk“ bei Anru­fen in Mobil­funk­net­ze bereits nach 21 Minu­ten ver­braucht gewe­sen.


Die Deut­sche Tele­kom AG hat­te gegen die Tele2 GmbH geklagt, weil das beklag­te Unter­neh­men mit der genann­ten For­mu­lie­rung gewor­ben hat­te. In einer Fuß­no­te der Anzei­ge war dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass die Frei­mi­nu­ten­an­ga­be sich auf Fern­ge­sprä­che im Fest­netz bezie­he. Das Land­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te die Beklag­te bereits in ers­ter Instanz am 8.2.2008 zur Unter­las­sung einer der­ar­ti­gen Wer­bung ver­ur­teilt.


Die Beru­fung der Beklag­ten vor dem Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf blieb ohne Erfolg, betont Scheel-Pötzl.


Die­ses hat sich der Auf­fas­sung des Land­ge­richts ange­schlos­sen und einen Unter­las­sungs­an­spruch des kla­gen­den Kon­kur­ren­ten bejaht, weil die Wer­bung irre­füh­rend sei (§ 8 Abs. 1, § 3 Abs. 1, § 5 Abs. 1 Nr. 2 Gesetz gegen unlau­te­ren Wett­be­werb). Die Wer­bung erwe­cke den unzu­tref­fen­den Ein­druck, dass der Kun­de ein­schrän­kungs­los 180 Minu­ten in alle Net­ze tele­fo­nie­ren kön­ne, ohne dass Tele­fon­kos­ten anfie­len. Tat­säch­lich könn­ten die Kun­den mit dem „Start­ge­schenk“ jedoch bei Aus­lands- oder Mobil­funk­ge­sprä­chen nur wesent­lich kür­zer tele­fo­nie­ren, in Mobil­funk­net­ze nur 21 Minu­ten. Im Kern wer­de daher mit einer Gut­schrift von 4,18 Euro und nicht mit Frei­mi­nu­ten gewor­ben. Auch der Hin­weis in der Fuß­no­te ände­re hier­an nichts, weil schon die blick­fang­mä­ßi­ge Wer­bung objek­tiv unrich­tig gewe­sen sei. Außer­dem ver­wir­re die Fuß­no­te mit der wei­te­ren For­mu­lie­rung „Die Frei­mi­nu­ten­gut­schrift kann auch zu ande­ren Zei­ten und Zie­len genutzt wer­den“ und ver­stär­ke sogar noch die Irre­füh­rung.
Der 20. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts hat nicht die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen. Die Beklag­te kann bin­nen einen Monats gegen die Ent­schei­dung Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­le­gen.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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