(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Köln hat eine Kla­ge der RTL Tele­vi­si­on GmbH gegen die SAT 1 Satel­li­ten­fern­se­hen GmbH in 2. Instanz abge­wie­sen.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 05.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Köln (OLG) vom 30.10.2009, AZ: 6 U 100/09.


In dem Fall hat­te RTL Scha­den­er­satz in Höhe von 20.000,- Euro dafür ver­langt, dass SAT 1 Film­ma­te­ri­al aus der Vor­auswahl zur Cas­ting-Show “Deutsch­land sucht den Super­star” für einen eige­nen Nach­rich­ten­bei­trag ver­wandt hat­te, in dem über den Zusam­men­bruch eines Kan­di­da­ten nach der ver­nich­ten­den Bewer­tung durch Die­ter Boh­len berich­tet wur­de.


RTL strahl­te am 23.01.2008 eine Auf­zeich­nung der Kan­di­da­ten­aus­wahl zu einer neu­en Staf­fel der Sen­de­rei­he “Deutsch­land sucht den Super­star” aus; gezeigt wur­de ins­be­son­de­re der Zusam­men­bruch eines 17jährigen Kan­di­da­ten nach der Bewer­tung sei­nes Auf­tritts durch den Jury-Spre­cher Die­ter Boh­len, der den Auf­tritt unter ande­rem mit den Bemer­kun­gen “Das war sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schlecht, Herr Specht, äh R.” und “Ich glaub, wenn Du in die Ber­ge gehst und Du rufst dazu Hal­lo Echo, da kommt auch kein Echo, weil Echos haben auch Geschmack” kom­men­tier­te. SAT 1 ver­wen­de­te Aus­schnit­te der Sen­dung für einen Bei­trag, den sie am 24. und 25.01. 2008 mehr­fach in ihren Sen­dun­gen “Das Maga­zin” und “Früh­stücks­fern­se­hen” aus­strahl­te.


Anders als die Vor­in­stanz, so Scheel-Pötzl, ver­nein­te der 6. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Köln eine Urhe­ber­rechts­ver­let­zung, wie sie RTL gel­tend gemacht hat­te.
Zwar habe der Sen­der SAT 1 in das aus­schließ­li­che Ver­wer­tungs­recht von RTL ein­ge­grif­fen, als er des­sen Mate­ri­al in sei­nen Bei­trag ein­be­zog. Die Ver­wen­dung des Sen­de­ma­te­ri­als sei aber als Bericht­erstat­tung über aktu­el­le Tages­er­eig­nis­se zuläs­sig gewe­sen. Die Cas­ting-Show sto­ße auf gro­ßes Publi­kums­in­ter­es­se. Schon nach frü­he­ren Sen­dun­gen sei es zu öffent­li­chen Dis­kus­sio­nen über die viel­fach für unan­ge­mes­sen und Men­schen ver­ach­tend gehal­te­nen Äuße­run­gen des Jury-Mit­glieds Die­ter Boh­len gekom­men. Der Zusam¬menbruch eines Kan­di­da­ten vor lau­fen­den Kame­ras im Zusam­men­hang mit Äuße­run­gen Boh­lens wäh­rend der Vor­auswahl zu einer neu­en Sen­de­staf­fel stel­le sich vor die­sem Hin­ter­grund als ein die Öffent­lich­keit bewe­gen­des Ereig­nis dar, das sei­ner Qua­li­tät nach Gegen­stand aktu­el­ler Bericht­erstat­tung sein konn­te. Wesent­li­cher Gegen­stand des Nach­rich­ten­bei­trags sei das Ver­hal­ten Boh­lens und die Reak­ti­on des Kan­di­da­ten dar­auf. Das frem­de Sen­de­ma­te­ri­al sei auch nur in einem sol­chen Umfang genutzt wor­den, wie es zum Zwe­cke der Bericht­erstat­tung für einen mei­nungs­bil­den­den Bei­trag erfor­der­lich gewe­sen sei. Außer­dem sei die Nut­zung des RTL-Mate­ri­als durch das Zitat­recht gedeckt gewe­sen; die Aus­schnit­te sei­en als Beleg­stel­len mit deut­li­cher Quel­len­an­ga­be ange­führt wor­den.


Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen; das Urteil ist rechts­kräf­tig.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Karin Scheel-Pötzl
Rechts­an­wäl­tin
Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht
c/o PÖTZL & KIRBERG Fach­an­walts­kanz­lei für Urhe­ber- und Medi­en­recht
Frie­dens­al­lee 25
22765 Ham­burg
Tel.: 040 — 399 247–30        
Fax: 040 — 399 247–28
info@puk-medienrecht.de
www.puk-medienrecht.de