(Kiel) In einer aktu­el­len Ent­schei­dung hat sich das Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg mit der Preis­ge­stal­tung der N‑ERGIE AG als Lie­fe­ran­tin von Erd­gas befasst. Die Kla­ge eines „Gas­re­bel­len“, der sich dar­auf beruft, die Preis­er­hö­hun­gen des Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens in den Jah­ren 2004 bis 2007 sei­en unbil­lig, war im Ergeb­nis nicht erfolg­reich.


Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Erb- und Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel uner Hin­weis auf das am 09.08.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Nürn­berg vom 3. August 2010 – 1 U 2437/08.


Mit sei­nem End­ur­teil vom 3. August 2010 hat der 1. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Nürn­berg die Beru­fung eines Gas­kun­den gegen das die Kla­ge abwei­sen­de Urteil des Land­ge­richts Nürn­berg-Fürth zurück­ge­wie­sen. In dem Rechts­streit gegen die N‑ERGIE AG hat­te der Bezie­her von Erd­gas gel­tend gemacht, die Tarif­ge­stal­tung der Beklag­ten und deren Preis­än­de­run­gen in den Jah­ren 2004 bis 2007 sei­en unbil­lig. Des­halb ver­lang­te er einen Teil sei­ner seit­her gezahl­ten Ent­gel­te zurück. Die­sem Antrag ist das Gericht nicht nach­ge­kom­men. Der Klä­ger muss nun auch noch die Kos­ten des Ver­fah­rens tra­gen, so Gie­selern.



In Über­ein­stim­mung mit dem Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth hat der Senat die Preis­ge­stal­tung der N‑ERGIE AG in dem frag­li­chen Zeit­raum über­prüft und fest­ge­stellt, dass die­se nicht zu bean­stan­den ist. Die Wei­ter­ga­be von gestie­ge­nen Bezugs­kos­ten an die Tarif­kun­den ent­spre­che dem Grund­satz der Bil­lig­keit, wenn und soweit der Anstieg nicht durch rück­läu­fi­ge Kos­ten in ande­ren Berei­chen aus­ge­gli­chen wer­de. Dies sei hier der Fall: Die Erhö­hung der Gas­prei­se 2004, 2005 und 2006 und die Preis­sen­kung 2007 sei­en allein auf die Ent­wick­lung der Bezugs­prei­se zurück­zu­füh­ren. Die Beweis­auf­nah­me habe wei­ter­hin erge­ben, dass es der N‑ERGIE AG auch nicht mög­lich gewe­sen sei, die­se Kos­ten­stei­ge­run­gen durch Kos­ten­sen­kun­gen in ande­ren Berei­chen aus­zu­glei­chen.



Auch hat das Ober­lan­des­ge­richt ent­schie­den, dass es uner­heb­lich ist, ob der Ener­gie­ver­sor­ger mit sei­nen Gewin­nen ande­re Tei­le des Kon­zerns quer­sub­ven­tio­niert. Ins­be­son­de­re der Aus­gleich von Ver­lus­ten der städ­ti­schen Ver­kehrs­be­trie­be durch Gewin­ne des Ener­gie­ver­sor­gers betref­fe die Gewinn­ver­wen­dung durch die Gesell­schaft und sei des­halb nicht durch das Gericht zu über­prü­fen. Für die Bil­lig­keit der Preis­er­hö­hun­gen kom­me es näm­lich allein dar­auf an, ob sie durch ent­spre­chen­de Kos­ten­stei­ge­run­gen gerecht­fer­tigt sind. Nach­dem die Gewin­ne des Ener­gie­ver­sor­gers aus dem Gas­ab­satz nicht gestie­gen sei­en, bestehe kein Anspruch auf Über­prü­fung des Ver­hal­tens der Gesell­schaft, soweit es die Quer­sub­ven­tio­nie­rung angeht.



Dass der Klä­ger sich mit der N‑ERGIE auf einen Spe­zi­al­ta­rif geei­nigt hat­te, änder­te an die­ser Sach­la­ge nichts. Das Ober­lan­des­ge­richt wies dar­auf hin, dass grund­sätz­lich Preis­an­pas­sungs­klau­seln nach dem Vor­bild der für Grund­ver­sor­gungs­kun­den gel­ten­den gesetz­li­chen Rege­lung auch in Son­der­kun­den­ver­trä­gen zuläs­sig sind. Dem Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mer sol­le nach dem Wil­len des Ver­ord­nungs­ge­bers die Mög­lich­keit gege­ben wer­den, Kos­ten­stei­ge­run­gen wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit an die Kun­den wei­ter­zu­ge­ben, ohne die Ver­trä­ge kün­di­gen zu müs­sen. Inso­weit kom­me es nicht dar­auf an, ob der Gas­be­zie­her einen Son­der­kun­den­ver­trag mit einem Spe­zi­al­ta­rif abge­schlos­sen hat, oder ob es sich um einen Grund­ver­sor­gungs­kun­den han­de­le.

Gie­se­ler mahn­te, dies zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – https://www.mittelstands-anwaelte.de/


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