(Kiel)  Das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart (OLG) hat sich in einem Urteil vom 01.07.2009 mit der Nich­tig­keit von Haupt­ver­samm­lungs­be­schlüs­sen und des fest­ge­stell­ten Jah­res­ab­schlus­ses befasst einer AG befasst.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 04.07.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des OLG Stutt­gart vom 01.07.2009, Az.: 20 U 8/08.


In dem Ver­fah­ren strit­ten die Betei­lig­ten um die in der Haupt­ver­samm­lung der Beklag­ten am 08.05.2008 gefass­ten Beschlüs­se über die Ver­wen­dung des Bilanz­ge­winns aus dem Jahr 2007 und über die Ent­las­tung des Auf­sichts­rats für das Geschäfts­jahr 2007 sowie gegen den fest­ge­stell­ten Jah­res­ab­schluss der Beklag­ten für das Geschäfts­jahr 2007.


Hier­bei, so Gie­se­ler hat das Gericht u. a. fol­gen­de Leit­sät­ze zu § 256 AktG (Nich­tig­keit von Haupt­ver­samm­lungs­be­schlüs­sen und des fest­ge­stell­ten Jah­res­ab­schlus­ses) ver­fasst:


1. Ein Jah­res­ab­schluss ist auch dann gemäß § 256 Abs. 1 Nr. 2 AktG nich­tig, wenn sei­ne Prü­fung vor der Fas­sung des Bil­li­gungs­be­schlus­ses des Auf­sichts­rats zwar nicht voll­stän­dig unter­blie­ben ist, die durch­ge­führ­te Prü­fung aber Min­dest­an­for­de­run­gen nicht genügt.


2. Zu den Min­dest­an­for­de­run­gen zählt zum einen die Vor­la­ge eines unter­zeich­ne­ten Prü­fungs­be­richts. Die nach dem Berufs­recht der Wirt­schafts­prü­fer gebo­te­ne Sie­ge­lung ist aller­dings zur Wah­rung der Min­dest­an­for­de­run­gen des § 256 Abs. 1 Nr. 2 AktG nicht erfor­der­lich.


3. Zu den Min­dest­an­for­de­run­gen zählt zum ande­ren die schrift­li­che Ertei­lung eines Bestä­ti­gungs­ver­merks. Dabei sind die Min­dest­an­for­de­run­gen des § 256 Abs. 1 Nr. 2 AktG bereits gewahrt, wenn der Bestä­ti­gungs­ver­merk in dem vom Wirt­schafts­prü­fer unter­zeich­ne­ten Prü­fungs­be­richt wie­der­ge­ge­ben ist.


4. Zur Wah­rung der vor­ge­nann­ten Min­dest­an­for­de­run­gen genügt es, wenn der Abschluss­prü­fer den von ihm zunächst nur als Ent­wurf vor­ge­leg­ten Prü­fungs­be­richt vor der Beschluss­fas­sung des Auf­sichts­rats unter­zeich­net und erken­nen lässt, den unter­zeich­ne­ten Bericht als rechts­ver­bind­li­che Erklä­rung behan­deln zu wol­len.


Gie­se­ler mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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