(Kiel) Wein darf weder auf dem Eti­kett noch in der Wer­bung als „bekömm­lich“ bezeich­net wer­den.

Das, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz mit einem am 25.08.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 19.08.2009, Az.: 8 A 10579/09.OVG.


Eine Win­zer­ge­nos­sen­schaft aus der Pfalz ver­wen­det auf den Eti­ket­ten ihrer Wei­ne Dorn­fel­der und Grauer/Weißer Bur­gun­der und bei deren Bewer­bung den Begriff „bekömm­lich“. Das Land Rhein­land-Pfalz hält den Begriff wegen sei­ner gesund­heits­be­zo­ge­nen Aus­sa­ge nach der EU-Ver­ord­nung Nr. 1924/2006 (Health-Claims-Ver­ord­nung) für unzu­läs­sig.


Das Ver­wal­tungs­ge­richt wies die Kla­ge der Win­zer­ge­nos­sen­schaft auf Fest­stel­lung, dass sie den Begriff ver­wen­den dür­fe, ab. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung nun, so Klar­mann.

Nach der Health-Claims-Ver­ord­nung dürf­ten alko­ho­li­sche Geträn­ke wie Wein kei­ne gesund­heits­be­zo­ge­nen Anga­ben tra­gen. Der Begriff „bekömm­lich“ brin­ge im Zusam­men­hang mit Wein jedoch zum Aus­druck, dass er den Kör­per und sei­ne Funk­tio­nen nicht belas­te oder beein­träch­ti­ge. Dar­in lie­ge eine gesund­heits­be­zo­ge­ne Aus­sa­ge, die über das all­ge­mei­ne Wohl­be­fin­den hin­aus gehe. 

Der Senat hat wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen.

Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – https://www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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