(Kiel)  Das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den hat am 11.05.2010 die Scha­dens­er­satz­kla­ge eines Anle­gers abge­wie­sen, der Anfang 2007 Zer­ti­fi­ka­te von Leh­man-Bro­thers erwor­ben hat­te, die spä­ter infol­ge der Insol­venz der damals viert­größ­ten US-Invest­ment­bank wert­los gewor­den waren.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des  Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Dres­den vom 11.05.2010, 5 U 1178/09.


Der Klä­ger hat die Bank, wel­che ihm zum Erwerb der Wert­pa­pie­re gera­ten hat­te, auf Scha­dens­er­satz in Höhe von rund 25.000 € nebst Zin­sen in Anspruch genom­men. Er hat ihr vor­ge­wor­fen, ihn nicht hin­rei­chend über der Anla­ge inne­woh­nen­de Risi­ken sowie eine ihr zuge­flos­se­ne Pro­vi­si­on auf­ge­klärt zu haben.


Das Land­ge­richt Chem­nitz hat­te die beklag­te Bank zur Zah­lung von Scha­dens­er­satz ver­ur­teilt. Die gegen die­ses Urteil gerich­te­te Beru­fung der Bank war nun erfolg­reich, so Kroll.


Der Senat hat sich auf der Grund­la­ge einer Beweis­auf­nah­me nicht davon zu über­zeu­gen ver­mocht, dass der Klä­ger feh­ler­haft bera­ten wor­den ist. Gemes­sen an sei­nem Risi­ko­pro­fil sei die Anla­ge nicht von vorn­her­ein unge­eig­net gewe­sen. So habe der Klä­ger nicht zum Aus­druck gebracht, es gehe ihm um eine abso­lut siche­re, vor jeg­li­chem Ver­lust geschütz­te Anla­ge. Er habe viel­mehr Ver­lus­te aus­glei­chen wol­len, die ihm aus der Betei­li­gung an einem Invest­ment­fonds, der u. a. japa­ni­sche Akti­en ent­hielt, ent­stan­den sei­en. Das Ange­bot eines kon­ser­va­ti­ven Pro­duk­tes (einer Fest­geld­an­la­ge) habe der Klä­ger wegen der zu gerin­gen Ren­di­te aus­drück­lich abge­lehnt. Dass der Anla­ge­be­ra­ter das Boni­täts­ri­si­ko des Emit­ten­ten als gering ein­ge­stuft habe, sei kein Bera­tungs­feh­ler, weil die­ses Risi­ko sei­ner­zeit all­ge­mein als fern­lie­gend ange­se­hen wor­den sei. Über ihr zuge­flos­se­ne Pro­vi­sio­nen habe die Bank nicht auf­klä­ren müs­sen. Eine Auf­klä­rungs­pflicht bestehe nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nur dann, wenn der bera­ten­den Bank Rück­ver­gü­tun­gen (so genann­te »Kick­backs«) gewährt wür­den, d. h., wenn Tei­le des vom Kun­den gezahl­ten Aus­ga­be­auf­schlags oder der Ver­wal­tungs­ge­büh­ren hin­ter sei­nem Rücken umsatz­ab­hän­gig an die Bank zurück­flös­sen, so dass die­se ein beson­de­res Inter­es­se an der Emp­feh­lung gera­de die­ser Betei­li­gung habe. Um der­ar­ti­ge Rück­ver­gü­tun­gen han­de­le es sich bei der Ver­kaufs­pro­vi­si­on, die der Beklag­ten hier gezahlt wur­de, aber nicht. Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.


Kroll riet, das Urteil zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
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