(Kiel) Der 1. Kar­tell­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf hat soeben die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Köln bestä­tigt, dass der GN Store Nord A/S aus Däne­mark gegen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land kein Scha­den­er­satz in Höhe von 1,1 Mil­li­ar­den Euro zusteht.

 

Die Klä­ge­rin for­der­te die­sen Betrag auf­grund eines ver­meint­li­chen Amts­haf­tungs­an­spruchs, nach­dem das Bun­des­kar­tell­amt im Jah­re 2007 mit­tels einer Unter­sa­gungs­ver­fü­gung den Zusam­men­schluss der Hör­ge­rä­te­spar­te der Klä­ge­rin mit der Phonak Hol­ding AG unter­sagt hat­te. Der Bun­des­ge­richts­hof bewer­te­te die­se Ent­schei­dung spä­ter als rechts­wid­rig.

 

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Düs­sel­dorf vom 26.03.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VI — U (Kart) 43/13.


Zur Begrün­dung hat der Senat aus­ge­führt, dass die Unter­sa­gungs­ver­fü­gung des Bun­des­kar­tell­am­tes aus­weis­lich des Beschlus­ses des Bun­des­ge­richts­hofs aus dem Jah­re 2010 zwar rechts­wid­rig gewe­sen sei. Dies allein füh­re jedoch nicht zu dem von der Klä­ge­rin begehr­ten Amts­haf­tungs­an­spruch gem. § 839 Abs. 1 Satz 1 BGB i. V. m. Art. 34 GG. Die­ser wür­de näm­lich vor­aus­set­zen, dass das Bun­des­kar­tell­amt im Rah­men sei­ner Ent­schei­dungs­fin­dung schuld­haft, also ohne die zu erwar­ten­de Sorg­falt, gehan­delt hät­te. Dies sei jedoch nicht fest­stell­bar. Der Ent­schei­dung des Amtes sei viel­mehr eine umfang­rei­che Prü­fung des Sach­ver­halts vor­aus­ge­gan­gen, der eine Viel­zahl von schwie­ri­gen Fra­gen im tat­säch­li­chen und recht­li­chen Sin­ne auf­ge­wie­sen habe. Die im Ergeb­nis gefun­de­ne und der Unter­las­sungs­ver­fü­gung zugrun­de­ge­leg­te Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­kar­tell­am­tes sei zumin­dest ver­tret­bar gewe­sen. Ent­spre­chend hät­ten auch die Mono­pol­kom­mis­si­on und der Senat, der schon mit der Über­prü­fung der Unter­sa­gungs­ver­fü­gung befasst war, die Ent­schei­dung des Amtes im Ergeb­nis bestä­tigt.


Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig; die Klä­ge­rin kann gegen die Ent­schei­dung beim Bun­des­ge­richts­hof das Rechts­mit­tel der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­le­gen. Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.


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