(Kiel) Bei der Wer­bung für hoch­wer­ti­ge Pro­duk­te der Unter­hal­tungs­elek­tro­nik besteht für den Wer­ben­den grund­sätz­lich die Ver­pflich­tung dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es sich bei dem bewor­be­nen Pro­dukt um ein Aus­lauf­mo­dell han­delt.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV) unter Hin­weis auf ein ent­spre­chen­des Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf vom 07.09.2010 (Az. I‑20 U 171/02).


In dem ent­schie­de­nen Fall hat­te die Beklag­te, die einen Elek­tro­nik-Fach­markt betreibt, in Anzei­gen für ein genau bezeich­ne­tes Modell eines Cam­cor­ders gewor­ben. Ein Wett­be­werbs­ver­band, mach­te dar­auf­hin die Wett­be­werbs­wid­rig­keit die­ser Anzei­gen mit der Begrün­dung gel­tend, dass im Zeit­punkt des Erschei­nens der Wer­bung der Her­stel­ler bereits die Aus­lie­fe­rung des bewor­be­nen Modells auf­ge­ge­ben hat­te und statt des­sen nur noch das Nach­fol­ge­mo­dell ver­trie­ben wur­de. Tat­säch­lich war der bewor­be­ne Cam­cor­der bereits zum Zeit­punkt der Anzei­ge beim Her­stel­ler nicht mehr lie­fer­bar.


Nach Ansicht des Gerichts besteht bei hoch­wer­ti­gen Elek­tro­nik-Arti­keln eine Hin­weis­pflicht des Ver­käu­fers auf ein Aus­lauf­mo­dell immer dann, wenn das bewor­be­ne Pro­dukt vom Her­stel­ler nicht mehr pro­du­ziert und nicht mehr im Sor­ti­ment geführt oder von ihm selbst als Aus­lauf­mo­dell bezeich­net wird.


Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz nimmt die aktu­el­le Ent­schei­dung des OLG Düs­sel­dorfs zum Anlass, auch auf eine älte­re Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs aus dem Jahr 1998 hin­zu­wei­sen (BGH Urteil vom 3.12.1998 — Az. I ZR 63/96), die nach wie vor von hoher Aktua­li­tät ist. In die­ser höchst­rich­ter­li­chen Ent­schei­dung zum The­ma Aus­lauf­mo­del­le in Wer­be­an­zei­gen hat der BGH eine ent­spre­chen­de Hin­weis­pflicht unter Ver­weis auf die Gefahr einer Irre­füh­rung der Kun­den ange­nom­men. “Die Kun­den erwar­ten aus Sicht des Gerichts einen ent­spre­chen­den Hin­weis des Wer­ben­den, wenn das bewor­be­ne Pro­dukt ver­al­tet und ein neue­res vor­han­den ist” erläu­tert Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz wei­ter. Die Hin­weis­pflicht soll nach Ansicht der Karls­ru­her Rich­ter jedoch nur dann gege­ben sein, wenn ein Nach­fol­ge­mo­dell bereits auf dem Markt ein­ge­führt ist.


Vor die­sem Hin­ter­grund wird Wer­be­trei­ben­den drin­gend gera­ten, sich bei der Pla­nung und Kon­zep­ti­on von Wer­be­maß­nah­men auch umfas­send über Pro­dukt­neu­hei­ten und mög­li­che Nach­fol­ge­mo­del­le zu infor­mie­ren. Auf­grund der wett­be­werbs­recht­li­chen Zuläs­sig­keits­fra­gen und zur Ver­mei­dung teu­rer recht­li­cher Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Abmah­nun­gen emp­fiehlt Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz bereits im Vor­feld die Zusam­men­ar­beit mit einem fach­lich spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walt.

Dies­be­züg­lich ver­wies er u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwälte/ — innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de

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