(Kiel) Der 15. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf hat ent­schie­den, dass in einem Eil­ver­fah­ren ein Ebay-Ver­käu­fer, der auf eine Nega­tiv­be­wer­tung eines Käu­fers erwi­dert hat, im Regel­fall nicht die Löschung der nega­ti­ven Bewer­tung ver­lan­gen kann.

In dem Fall, so der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL.M. von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den am 09.03.2011 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Düs­sel­dorf vom 28.02.2011, Akten­zei­chen I‑15 W 14/11, hat­te eine Käu­fe­rin im Novem­ber 2010 einen Com­pu­ter­mo­ni­tor zum Kauf­preis von 144,90 Euro über die Ebay-Platt­form erwor­ben. Sie mach­te dann von ihrem Wider­rufs­recht Gebrauch und sand­te den Moni­tor an die Ver­käu­fe­rin zurück. Die Ver­käu­fe­rin ver­wei­ger­te die Erstat­tung des Kauf­prei­ses und mein­te, die Klä­ge­rin habe den zurück­ge­sand­ten Moni­tor nicht ordent­lich ver­packt, so dass der Moni­tor beschä­digt wor­den sei.

Die Käu­fe­rin ver­öf­fent­lich­te dar­auf­hin am 21.12.2010 über das Ebay-Bewer­tungs­por­tal fol­gen­den Kom­men­tar: „Fin­ger weg!! Hat sei­ne ware zurück­er­hal­ten, ich aber nie mein geld“. Die Ver­käu­fe­rin stell­te dann fol­gen­de Ant­wort ein: „Fahr­läs­sig­keit beschä­dig­tes LCD bit­te alles lesen auf unse­rer mich Sei­te Anfang“ und ver­langt von der Käu­fe­rin, die nega­ti­ve Käu­fer­be­wer­tung zu löschen. Sie macht u. a. gel­tend, dass sie auf­grund der nega­ti­ven Bewer­tung Umsatz­ein­bu­ßen erlit­ten habe.

Das Land­ge­richt Düs­sel­dorf hat einen Löschungs­an­spruch am 20.01.2011 ver­neint. Der 15. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts hat die­se Ent­schei­dung im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren am 28.02.2011 bestä­tigt, so betont Leis.

Das Ebay-Bewer­tungs­sys­tem ermög­li­che im Kon­flikt­fall den Betei­lig­ten, unver­züg­lich ihre Sicht­wei­se zu schil­dern. Jeden­falls im Eil­ver­fah­ren, im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren, kön­ne daher in der Regel kei­ne Löschung ver­langt wer­den. Im Übri­gen sei die Aus­sa­ge „hat sei­ne ware erhal­ten, ich aber nie mein geld“ im Kern nicht ersicht­lich unwahr. Auch die Bezeich­nung „Fin­ger weg“ über­schrei­te nicht die Gren­ze zur Schmäh­kri­tik. Die Ent­schei­dung ist rechts­kräf­tig.

Leis emp­fahl, dies und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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