(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat auf eine Kla­ge der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len e. V. ent­schie­den, dass eine Volks­bank bei der Ver­ga­be von Kre­di­ten an Pri­vat­kun­den in ihren All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen kei­ne Schätz- oder Besich­ti­gungs­ge­bühr erhe­ben darf.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 13.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Düs­sel­dorf vom 05.11.2009, Az.: I‑6 U 17/09.
Die beklag­te Bank hat­te im Jahr 2005 mit einem Ehe­paar aus Meer­busch in einem Dar­lehns­ver­trag eine „Schätzgebühr/Besichtigungsgebühr“ für die Wert­ermitt­lung von Belei­hungs­ob­jek­ten in Höhe von 260 Euro ver­ein­bart. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le hat­te gegen die Ver­wen­dung einer sol­chen Klau­sel vor dem Land­ge­richt Düs­sel­dorf geklagt. Das Land­ge­richt hat­te der Bank dar­auf­hin am 14.1.2009 unter­sagt, eine der­ar­ti­ge Klau­sel zu ver­wen­den.


Der 6. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts hat die land­ge­richt­li­che Ent­schei­dung bestä­tigt und ent­schie­den, dass eine sol­che All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung Kun­den unan­ge­mes­sen benach­tei­li­ge und daher unwirk­sam sei (§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB), betont Kroll.


Das Geld­in­sti­tut kön­ne die Kos­ten nicht auf Kun­den abwäl­zen. Die Klau­sel ver­sto­ße gegen den Grund­satz, dass Ent­gel­te nur für ver­trag­li­che Leis­tun­gen ver­langt wer­den dürf­ten. Die Prü­fung der vom Kun­den ange­bo­te­nen Sicher­hei­ten, hier die Schät­zung und Besich­ti­gung des Belei­hungs­ob­jekts, erfol­ge nur im Inter­es­se der Bank. So sei eine Bank nicht ver­pflich­tet, die Grün­de für die Bewil­li­gung eines Kre­dits offen zu legen. Außer­dem ver­lan­ge die beklag­te Volks­bank selbst dann die Schätz­ge­büh­ren, wenn ein Kun­de an einer Wert­ermitt­lung offen­sicht­lich kein Inter­es­se habe. So hat­ten auch im vor­lie­gen­den Fall die Dar­lehns­neh­mer vor Ver­trags­ab­schluss der Bank ein Wert­gut­ach­ten über­sandt, das im Rah­men einer Erbaus­ein­an­der­set­zung erstellt wor­den war.


Kroll mahn­te, das Urteil zu beach­ten und in Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
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