(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main hat in einem am 28.11.2011 ver­kün­de­ten Urteil die Zustän­dig­keit deut­scher Gerich­te für Scha­dens­er­satz­kla­gen gegen Rating­agen­tur (hier mit Sitz in New York) bejaht.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf eine Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Frank­furt am Main vom 28.11.2011 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 21 U 23/11.

In dem Fall hat­te der Klä­ger im März 2008 Zer­ti­fi­ka­te der inzwi­schen insol­ven­ten Leh­man Bro­thers Inc. erwor­ben. Er nimmt die beklag­te Rating­agen­tur mit Sitz in New York auf Scha­dens­er­satz in Anspruch, weil er sei­ne Kauf­ent­schei­dung wesent­lich auf deren Ein­schät­zung der Kre­dit­wür­dig­keit der Leh­man Bro­thers Inc. gestützt haben will.

Das zunächst ange­ru­fe­ne Land­ge­richt Frank­furt am Main hat mit Urteil vom 20.4.2011 die Zuläs­sig­keit der Kla­ge ver­neint, weil es sich weder für ört­lich noch inter­na­tio­nal für zustän­dig hielt. Hier­ge­gen rich­tet sich die Beru­fung des Klä­gers.

Mit Urteil vom 28.11.2011 hat das Ober­lan­des­ge­richt nun­mehr das Urteil des Land­ge­richts auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Land­ge­richt zurück­ver­wie­sen, so Hün­lein.

Nach Auf­fas­sung des zustän­di­gen 21. Zivil­se­nats ergibt sich die ört­li­che — und damit auch die inter­na­tio­na­le — Zustän­dig­keit des Land­ge­richts Frank­furt am Main im vor­lie­gen­den Fall aus § 23 ZPO. Hier­nach ist für Kla­gen wegen ver­mö­gens­recht­li­cher Ansprü­che gegen (auch juris­ti­sche) Per­so­nen, die im Inland kei­nen Wohn- bzw. Geschäfts­sitz haben, das Gericht zustän­dig, in des­sen Bezirk sich Ver­mö­gen der Per­son befin­det, wenn der Rechts­streit hin­rei­chen­den Inlands­be­zug auf­weist. Bei­de Vor­aus­set­zun­gen sei­en vor­lie­gend gege­ben. Nicht unwe­sent­li­ches Ver­mö­gen der beklag­ten Rating­agen­tur sei in Form von Abon­ne­ment­ver­trä­gen mit Frank­fur­ter Unter­neh­men vor­han­den. Der Inlands­be­zug lie­ge vor, weil der Klä­ger sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt und Wohn­sitz in Deutsch­land habe und deut­scher Staats­bür­ger sei. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, dies und den wei­te­ren Fort­gang zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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