(Kiel) Mit zwei Urtei­len vom 4.6.2009 hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) das Ver­bot von öffent­li­chen Glücks­spie­len im Inter­net nach dem Glücks­spiel­staats­ver­trag bestä­tigt.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Dr. Nor­bert Pflü­ger von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die bei­den Urtei­le vom  04.6.2009, Az.: 6 U 93/07 und 6 U 261/07.


Die Lot­te­rie-Treu­hand­ge­sell­schaft mbH Hes­sen, die u.a. die sog. staat­li­chen “ODDSET-Wet­ten” über sta­tio­nä­re Wett­bü­ros in Hes­sen” anbie­tet, hat­te mit zwei Kla­gen meh­re­re Ver­an­stal­ter mit Sitz in den neu­en Bun­des­län­dern und Gibral­tar auf Unter­las­sung des Anbie­tens und Ver­mit­telns von Sport­wet­ten über das Inter­net in Anspruch genom­men.


Wäh­rend das Land­ge­richt Wies­ba­den die Kla­gen im Jahr 2007 noch abge­wie­sen hat­te, bejaht das für die Beru­fung zustän­di­ge OLG einen ent­spre­chen­den Anspruch der Lot­te­rie­ge­sell­schaft für das Bun­des­land Hes­sen und änder­te die vor­aus­ge­gan­ge­nen Urtei­le ent­spre­chend ab. Gleich­zei­tig stell­te das Gericht fest, dass die Beklag­ten der Lot­te­rie­ge­sell­schaft Scha­dens­er­satz zu leis­ten haben.


Zur Begrün­dung, so Pflü­ger, führt das OLG den am 1.1.2008 in Kraft getre­te­nen Staats­ver­trag zum Glücks­spiel­we­sen in Deutsch­land (Glücks­spiel­staats­ver­trag) an.

Nach § 4 IV die­ses Ver­tra­ges ist das Ver­an­stal­ten und das Ver­mit­teln öffent­li­cher Glücks­spie­le im Inter­net ver­bo­ten. Nach Auf­fas­sung des Gerichts ver­sto­ßen die beklag­ten Sport­wet­ten­ver­an­stal­ter gegen die­se Vor­schrift des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges, indem sie über das Inter­net die Mög­lich­keit anbie­ten oder ver­schaf­fen, Sport­wet­ten zu fes­ten Gewinn­quo­ten ein­zu­ge­hen. Die betref­fen­de Vor­schrift des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges sei sowohl mit dem Ver­fas­sungs­recht als auch mit dem euro­päi­schen Gemein­schafts­recht ver­ein­bar. Zugleich ver­hiel­ten sich die Sport­wet­ten­ver­an­stal­ter auch wett­be­werbs­wid­rig. Die beklag­ten Ver­an­stal­ter könn­ten sich auch nicht dar­auf beru­fen, dass sie über eine noch wäh­rend des Bestehens der DDR oder einem ande­rem Mit­glieds­staat der Euro­päi­schen Uni­on erteil­ten Erlaub­nis ver­füg­ten.
Die Urtei­le sind nicht rechts­kräf­tig, da das OLG die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen hat.


Zu den Urtei­len gab das OLG Frank­furt noch fol­gen­de Hin­wei­se:


•  Die Ent­schei­dun­gen befas­sen sich nicht mit der Zuläs­sig­keit des staat­li­chen Glücks­spiel­mo­no­pols nach § 4 I Glücks­spiel­staats­ver­trag.
• Die Urtei­le gel­ten nur für das Bun­des­land Hes­sen.


Pflü­ger emp­fahl, den wei­te­ren Fort­gang zu beach­ten und in ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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