(Kiel) Mit einem am 1.3.2012 ver­kün­de­ten Urteil hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main einer Zahn­arzt­hel­fe­rin unter­sagt, in ihrem eige­nen Zahn­kos­me­tik­stu­dio die Durch­füh­rung einer Zahn­rei­ni­gung mit­tels “Air­flow” und bestimm­te Zahn­bleachings als selbst­stän­di­ge gewerb­li­che Tätig­keit ohne Zusam­men­wir­ken mit einem Zahn­arzt anzu­bie­ten.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Frank­furt am Main vom 5.03.2012 zu sei­nem Urteil vom 1.3.2012, Az.: 6 U 264/10.

Geklagt hat­te die Lan­des­zahn­ärz­te­kam­mer Hes­sen, die der Ansicht ist, die Beklag­te übe in ihrem Stu­dio durch die­se Tätig­kei­ten Zahn­heil­kun­de aus, was nach dem Gesetz über die Aus­übung der Zahn­heil­kun­de (ZHG) den Zahn­ärz­ten vor­be­hal­ten sei.

Die beklag­te aus­ge­bil­de­te Zahn­arzt­hel­fe­rin, die haupt­be­ruf­lich bei einem Zahn­arzt ange­stellt ist und das Zahn­kos­me­tik­stu­dio seit eini­gen Jah­ren zusätz­lich betreibt, ist der Mei­nung, bei den von ihr ange­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen han­de­le es sich um rein kos­me­ti­sche Anwen­dun­gen.

Wäh­rend das in ers­ter Instanz zustän­di­ge Land­ge­richt Frank­furt am Main die Kla­ge abge­wie­sen hat­te, sah das in der Beru­fung ange­ru­fe­ne Ober­lan­des­ge­richt die Kla­ge als begrün­det an und änder­te das Urteil des Land­ge­richts ab, so Dr. Ise­le.

Hier­nach ist es der Beklag­ten nun­mehr ver­bo­ten, ohne Zusam­men­wir­ken mit einem Zahn­arzt Zahn­bleachings vor­zu­neh­men, es sei denn das Bleaching erfolgt mit sog. “Mass­mar­ket-Pro­duk­ten”, bei denen der Was­ser­stoff­per­oxid­ge­halt 6 % nicht über­steigt. Dar­über hin­aus ist es der Beklag­ten unter­sagt selbst­stän­dig — also ohne Zusam­men­wir­ken mit einem Zahn­arzt — Zahn­rei­ni­gun­gen mit­tels eines Was­ser­pul­ver­strahl­ge­räts (“Air­flow”) vor­zu­neh­men.

Bis­her liegt nur der Urteils­te­nor vor, der am Schluss der Beru­fungs­ver­hand­lung ver­kün­det wur­de. Mit der detail­lier­ten schrift­li­chen Urteils­be­grün­dung ist inner­halb der nächs­ten drei Wochen zu rech­nen. Gegen das Urteil kann die Beklag­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zum Bun­des­ge­richts­hof ein­le­gen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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