(Kiel) Mit einem Urteil vom 13.11.2009 hat der 2. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main (OLG) die Betrei­ber von vier Schnell­re­stau­rants zur Räu­mung und Her­aus­ga­be der Loka­le ver­ur­teilt und damit das vor­aus­ge­hen­de anders lau­ten­de Urteil des Land­ge­richts Frank­furt am Main abge­än­dert.

Dar­auf ver­weist die Nürn­ber­ger Fach­an­wäl­tin für Miet- und Woh­nungs­ei­gen­tums­recht Dr. Ira Hörndler von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das soeben ver­öf­fent­lich­te Urteil des OLG Frank­furt am Main vom 13.11.2009, Az.: 2 U 76/09.


Die Klä­ge­rin ist die deut­sche Zweig­nie­der­las­sung eines in der Sys­tem­gas­tro­no­mie täti­gen Unter­neh­mens. Die Beklag­ten betrei­ben als Fran­chise­neh­mer und Päch­ter der Klä­ge­rin seit 2003 vier Schnell­re­stau­rants in Frank­furt am Main. Die Klä­ge­rin hat die zugrun­de lie­gen­den Fran­chise- und Pacht­ver­trä­ge mehr­fach außer­or­dent­lich gekün­digt, weil sie den Beklag­ten meh­re­re gra­vie­ren­de Pflicht­ver­let­zun­gen vor­wirft. Ins­be­son­de­re macht sie gel­tend, dass die in den vier Restau­rants für eine Stif­tung gesam­mel­ten Spen­den­gel­der über meh­re­re Jah­re hin­weg zweck­wid­rig ver­wen­det wor­den sei­en. Die Beklag­ten bestrei­ten die Vor­wür­fe der Klä­ge­rin und hal­ten die Kün­di­gung für unwirk­sam.


Anders als das Land­ge­richt, so betont Hörndler, sah das Ober­lan­des­ge­richt in der Beru­fung die Kün­di­gun­gen der Klä­ge­rin nun­mehr als wirk­sam an.


Die Klä­ge­rin sei jeden­falls zum Aus­spruch einer so genann­ten “Ver­dachts­kün­di­gung” berech­tigt gewe­sen, nach­dem es über Jah­re hin­weg zu Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Wei­ter­lei­tung von Spen­den­gel­dern gekom­men war. So sei­en von den Beklag­ten zwar “Spen­den­häus­chen” bestellt und in ihren Loka­len auf­ge­stellt wor­den, seit Novem­ber 2003 sei­en aber kei­ne Spen­den­gel­der mehr abge­führt wor­den. Die Klä­ge­rin habe auf­grund der von ihr ermit­tel­ten Umstän­de — und nach­dem sie den Beklag­ten Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me gege­ben hat­te — davon aus­ge­hen dür­fen, dass die Beklag­ten bzw. der für sie han­deln­de Geschäfts­füh­rer inso­weit einer Straf­tat drin­gend ver­däch­tig erscheint. Hier­durch sei das Ver­trau­ens­ver­hält­nis der Ver­trags­par­tei­en zer­stört wor­den, so dass der Klä­ge­rin eine Fort­set­zung der Ver­trags­ver­hält­nis­se nicht zumut­bar gewe­sen sei.


Das Gericht hat gegen sei­ne Ent­schei­dung die Revi­si­on nicht zuge­las­sen. Gleich­wohl kön­nen die Beklag­ten hier­ge­gen Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de beim Bun­des­ge­richts­hof ein­le­gen.


Rechts­an­wäl­tin Dr. Hörndler emp­fahl, die­ses Urteil und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei sie dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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