(Kiel) Eine von dem Hote­lier mit dem Umbau zu einem Hotel­be­trieb beauf­trag­te Gene­ral­un­ter­neh­me­rin haf­tet dem Grun­de nach für ein­ge­tre­te­ne Per­so­nen­schä­den infol­ge feh­ler­haf­ter Pro­gram­mie­rung des instal­lier­ten Hotel­auf­zugs.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 14.12.2011 zu sei­nem Urteil vom 15. Novem­ber 2011 — (I‑21 U 167/10).

Die beklag­te Gene­ral­un­ter­neh­me­rin aus dem Ruhr­ge­biet bau­te im Auf­trag des Hote­liers ein ost­deut­sches his­to­ri­sches Gebäu­de zu einem Hotel und Kon­gress­cen­ter um und instal­lier­te dort – durch eine Sub­un­ter­neh­me­rin – eine Hotel­auf­zugs­an­la­ge. Nach Auf­nah­me des Hotel­be­trie­bes trat im Okto­ber 2006 aus den Rohr­lei­tun­gen der Fern­wär­me­an­la­ge im Unter­ge­schoss des Hotels mas­siv Heiß­was­ser aus. Auf­stei­gen­der Was­ser­dampf lös­te Brand­alarm aus, was dazu führ­te, dass der Hotel­auf­zug auto­ma­tisch ins Erd­ge­schoss gefah­ren wur­de und dort mit geöff­ne­ten Türen ste­hen blieb. Drei Hotel­gäs­te bestie­gen den Auf­zug und fuh­ren – wegen eines erneu­ten Alarms – nicht, wie gewünscht, in das Ober–, son­dern auto­ma­tisch in das Unter­ge­schoss. Beim Öff­nen der Auf­zugstür drang Heiß­was­ser in die Kabi­ne und ver­letz­te die Hotel­gäs­te schwer; sie zogen sich Ver­bren­nun­gen drit­ten Gra­des zu. Der Ver­si­che­rer des Hote­liers zahl­te den Hotel­gäs­ten Schmer­zens­geld und Behand­lungs­kos­ten in Höhe von mehr als 360.000 Euro und ver­klag­te die Gene­ral­un­ter­neh­me­rin auf Ersatz die­ser Kos­ten.

Dem Grun­de nach zu Recht, befand der 21. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm und bestä­tig­te inso­weit die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Essen, so Klar­mann.

Die Werk­leis­tung der Gene­ral­un­ter­neh­me­rin sei man­gel­haft, weil die Auf­zugs­steue­rung nicht sach- und fach­ge­recht pro­gram­miert war und nicht den maß­geb­li­chen Regeln der Tech­nik ent­sprach. Der Auf­zug hät­te nach der auto­ma­ti­schen Fahrt infol­ge des Brand­alarms im Erd­ge­schoss mit offe­nen Türen ste­hen blei­ben müs­sen und hät­te sich nicht mehr in Bewe­gung setz­ten dür­fen. Denn dies sei, nach den Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen, mit erheb­li­chen Gefah­ren für die Fahr­zeug­insas­sen ver­bun­den. Über die Höhe der berech­tig­ten Kos­ten konn­ten weder das Land­ge­richt noch der Senat eine Ent­schei­dung tref­fen, inso­weit sei wei­te­rer Beweis zu erhe­ben. Der Senat hat die Revi­si­on nicht zuge­las­sen.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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