(Kiel) Ein Zahn­arzt han­delt grob behand­lungs­feh­ler­haft, wenn er einen Pati­en­ten ohne aus­drück­li­chen Hin­weis dar­auf ent­lässt, dass eine von ihm ein­ge­glie­der­te Brü­cke nach­bes­se­rungs­be­dürf­tig ist.


Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Alex­an­der Ril­ling von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 23.10.2014 zu sei­nem Urteil vom 12.09.2014 (26 U 56/13).


Der heu­te 53 Jah­re alte Klä­ger aus Bie­le­feld ließ sich vom beklag­ten Zahn­arzt aus Bie­le­feld im Dezem­ber 2007 im Ober­kie­fer eine Brü­cke ein­glie­dern. Am Kro­nen­rand wies die­se eine Stu­fe zu den natür­li­chen Zäh­nen auf, so dass die Kro­nen­rän­der abstan­den. Die­se Situa­ti­on besei­tig­te der Beklag­te bei der letz­ten Behand­lung des Klä­gers im Janu­ar 2008 nicht. Unter Hin­weis auf Beschwer­den wegen der Brü­cken­kon­struk­ti­on such­te der Klä­ger den Beklag­ten erst im Dezem­ber 2008 erneut auf und brach die Behand­lung sodann Anfang des Jah­res 2009 ab, um sich von einem ande­ren Zahn­arzt wei­ter behan­deln zu las­sen. Unter Hin­weis auf eine man­gel­haf­te Behand­lung mit erheb­li­chen Beschwer­den beim Kau­en und Ent­zün­dun­gen im Mund­raum hat der Klä­ger vom Beklag­ten sodann Schmer­zens­geld ver­langt.


Der 26. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat dem Klä­ger 1.000 Euro Schmer­zens­geld zuge­spro­chen. Nach der Anhö­rung eines zahn­me­di­zi­ni­schen Sach­ver­stän­di­gen hat der Senat fest­ge­stellt, dass der Klä­ger bei der zahn­pro­the­ti­schen Ver­sor­gung durch den Beklag­ten feh­ler­haft behan­delt wur­de. Die Brü­cken­kon­struk­ti­on sei man­gel­haft gewe­sen, sie habe bei 5 Zäh­nen abste­hen­de Kro­nen­rän­der auf­ge­wie­sen. Dies habe der Beklag­te bei der Ein­glie­de­rung der Brü­cke erken­nen müs­sen. Die gleich­wohl vor­ge­nom­me­ne Ein­glie­de­rung ent­spre­che nicht dem zahn­ärzt­li­chen Stan­dard. Dass sich der Klä­ger erst Ende des Jah­res 2008 erneut beim Beklag­ten vor­ge­stellt habe, so dass der Beklag­te zuvor kei­ne Mög­lich­keit gehabt habe, die Brü­cke nach­zu­bes­sern, ent­las­te ihn nicht. Es lie­ge viel­mehr ein gro­ber Behand­lungs­feh­ler vor. Der Beklag­te habe den Klä­ger nach der Ein­glie­de­rung der man­gel­be­haf­te­ten Brü­cke von sich aus wie­der ein­be­stel­len müs­sen, um den Man­gel zu besei­ti­gen. Dar­auf, dass der Klä­ger ihn selb­stän­dig wie­der auf­su­chen wür­de, habe sich der Beklag­te nicht ver­las­sen dür­fen.


Durch die feh­ler­haf­te Behand­lung habe der Klä­ger Schmer­zen erlit­ten und sei beim Essen und Trin­ken beein­träch­tigt gewe­sen. Der abste­hen­de Kro­nen­rand habe dazu geführt, dass Zahn­fleisch gegen die Kan­te des Zahn­ersat­zes sto­ße, was Rei­zun­gen, Blu­tun­gen, Rötun­gen und Schwel­lun­gen her­vor­ru­fe. Auch kurz­fris­ti­ge Ent­zün­dun­gen im Mund­raum sei­en des­we­gen auf­ge­tre­ten oder begüns­tigt wor­den. Die gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des Klä­gers recht­fer­tig­ten ein Schmer­zens­geld i.H.v. 1000 Euro. Dabei spre­che gegen das Vor­han­den­sein beson­ders star­ker Schmer­zen, auf die sich der Klä­ger im Pro­zess beru­fen habe, dass sich der Klä­ger erst ca. ein Jahr nach der Ver­sor­gung erneut beim Beklag­ten wie­der vor­ge­stellt habe. Bei sehr hef­ti­gen oder gar uner­träg­li­chen Schmer­zen hät­te der Klä­ger den Beklag­ten sicher­lich frü­her wie­der auf­ge­sucht.
Ril­ling riet, bei ähn­lich gela­ger­ten Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u.a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter-ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de -


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