(Kiel) Eine zahn­ärzt­li­che Behand­lung, die nach einer The­ra­pie mit­tels Prot­rusi­ons­schie­nen pro­vi­so­ri­schen Zahn­ersatz ver­früht ein­glie­dert, kann grob behand­lungs­feh­ler­haft sein.


Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Alex­an­der Ril­ling von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 8.07.2014 zu sei­nem Urteil vom 06.06.2014 (Az. 26 U 14/13).


Die sei­ner­zeit 37 Jah­re alte Klä­ge­rin aus Bad Iburg litt an Zahn- und Kopf­schmer­zen, als sie sich 2003 in die Behand­lung des beklag­ten Zahn­arz­tes in Vers­mold begab. Im Juli 2003 ver­sorg­te der Beklag­te die Klä­ge­rin mit einer Prot­rusi­ons­schie­ne, um eine Kie­fer­fehl­stel­lung zu kor­ri­gie­ren. Nach­dem die Beschwer­den zunächst nicht nach­lie­ßen, ent­fern­te der Beklag­te im Okto­ber 2003 die bei der Klä­ge­rin vor­han­de­nen Amalg­an­fül­lun­gen und schliff die Zäh­ne für den geplan­ten Ein­satz von Inte­rims­zahn­ersatz ab. Ende Okto­ber 2003 set­ze er die Inte­rims­brü­cken ein. In der Fol­ge­zeit ver­stärk­ten sich die Zahn­schmer­zen der Klä­ge­rin. Die Klä­ge­rin erlitt eine Kno­chen­ent­zün­dung im Ober­kie­fer, die im Novem­ber 2003 sta­tio­när behan­delt wer­den muss­te. Erst nach dem Ent­fer­nen der Pro­vi­so­ri­en des Beklag­ten ver­bes­ser­te sich der Gesund­heits­zu­stand der Klä­ge­rin, bei zwi­schen­zeit­lich aller­dings chro­nisch gewor­de­nen Schmer­zen. Vom Beklag­ten hat die Klä­ge­rin Scha­dens­er­satz ver­langt, u.a. ein Schmer­zens­geld in Höhe von 6.000 Euro.


Das Scha­dens­er­satz­be­geh­ren war erfolg­reich. Der 26. Zivil­se­nat hat der Klä­ge­rin das begehr­te Schmer­zens­geld zuge­spro­chen. Nach den Gut­ach­ten der vom Senat gehör­ten zahn­me­di­zi­ni­schen sach­ver­stän­di­gen sei die Zahn­be­hand­lung des Beklag­ten grob feh­ler­haft gewe­sen. Der Beklag­te habe die Klä­ge­rin pro­vi­so­risch pro­the­tisch ver­sorgt, obwohl die Posi­ti­on des Unter­kie­fers durch die Schien­en­the­ra­pie noch nicht aus­rei­chend gesi­chert gewe­sen sei. Die mit einer Schien­en­the­ra­pie erreich­te Posi­ti­on sei erst dann als gesi­chert anzu­se­hen, wenn der Pati­ent mit ihr ein hal­bes Jahr beschwer­de­frei gelebt habe. Bei der Klä­ge­rin sei das nicht der Fall gewe­sen, sie habe noch Anfang Sep­tem­ber 2003 über Beschwer­den geklagt. Ein gro­ber Behand­lungs­feh­ler lie­ge vor, weil die zu for­dern­de Zeit der Beschwer­de­frei­heit so deut­lich unter­schrit­ten wor­den sei, dass sich ein Schei­tern der zahn­ärzt­li­chen Bemü­hun­gen gera­de­zu auf­ge­drängt habe. Der Beklag­te haf­te daher für die bei der Klä­ge­rin ein­ge­tre­te­nen Schä­den ein­schließ­lich ihrer Fol­ge­wir­kun­gen, weil er den Gegen­be­weis man­geln­der Kau­sa­li­tät nicht geführt habe.


Ril­ling riet, bei ähn­lich gela­ger­ten Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u.a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter-ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de -

 


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