(Kiel) Unlau­ter und irre­füh­rend wirbt ein Unter­neh­mer, der in einem Ver­kaufs­pro­spekt die eige­ne Iden­ti­tät (voll­stän­di­ge Fir­mie­rung inklu­si­ve Rechts­form­zu­satz) oder die eige­ne Geschäfts­an­schrift oder die Geschäfts­an­schrift des Kre­dit­un­ter­neh­mens, über wel­ches die in dem Pro­spekt ange­bo­te­nen Pro­duk­te finan­ziert wer­den kön­nen, nicht angibt.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize-Prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 4.11.2011 zu sei­nem Beschluss vom 13. Okto­ber 2011 — (I-4 W 84/11).

Die Antrags­geg­ne­rin, ein Möbel­haus, hat­te in einem im August 2011 erschie­ne­nen Wer­be­pro­spekt „R. Jetzt kau­fen – nächs­tes Jahr zah­len!” Akti­ons­pro­duk­te bewor­ben, ohne ihre eige­ne Iden­ti­tät (voll­stän­di­ge Fir­mie­rung inklu­si­ve Rechts­form­zu­satz) und Geschäfts­an­schrift sowie die Geschäfts­an­schrift des in der Wer­bung in Bezug genom­me­nen Finan­zie­rungs­part­ners anzu­ge­ben. Die­ses Wer­be­ver­hal­ten mahn­te der Antrag­stel­ler, ein Wett­be­werbs­ver­band, ab und ver­lang­te im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren Unter­las­sung. In zwei­ter Instanz hat­te der Antrag­stel­ler damit nun Erfolg.

Mit die­sem Wer­be­ver­hal­ten habe, so hat der Senat aus­ge­führt, das Möbel­haus gegen wesent­li­che wett­be­werbs­recht­li­che Infor­ma­ti­ons­pflich­ten ver­sto­ßen, betont Dr. Ise­le.

Der Ver­brau­cher müs­se im Hin­blick auf die Iden­ti­tät (voll­stän­di­ge Fir­mie­rung inklu­si­ve Rechts­form­zu­satz) und Geschäfts­an­schrift so infor­miert wer­den, dass er ohne Schwie­rig­kei­ten mit dem anbie­ten­den Unter­neh­men Kon­takt auf­neh­men kön­ne. Es rei­che nicht, wenn die in der Wer­bung feh­len­den Anga­ben durch den Auf­ruf von Inter­net­sei­ten oder das Auf­su­chen des Geschäfts­lo­kals beschafft wer­den könn­ten. Die­se Pflich­ten bestün­den auch im Hin­blick auf das im Wer­be­pro­spekt in Bezug genom­me­ne Kre­dit­un­ter­neh­men. Auch wenn das Möbel­haus nicht selbst Waren kre­di­tie­re, son­dern nur die Finan­zie­rungs­dienst­leis­tung des Kre­dit­un­ter­neh­mens unter­brei­te, müs­se sie eben­falls über die Geschäfts­an­schrift die­ses Unter­neh­mens infor­mie­ren.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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Dr. Jan Felix Ise­le, Rechts­an­walt
Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schut­z/DASV-Vize­prä­si­dent
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