(Kiel) Der 4. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat in einem soeben bekannt gege­be­nen Urteil ent­schie­den, dass eine Irre­füh­rung vor­liegt, wenn auf einer Benach­rich­ti­gungs­kar­te der werb­li­che Cha­rak­ter einer angeb­lich ver­pass­ten Sen­dung nicht offen­bart wird.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV) unter Hin­weis auf das am 08.11.2010 bekannt gege­be­ne Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 19. August 2010 —  I‑4 U 66/10.

Anlass für die wett­be­werbs­recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung der jeweils mit Immo­bi­li­en­ge­schäf­ten befass­ten Fir­men war eine Kar­te, die einer DHL-Benach­rich­ti­gungs­kar­te nach­emp­fun­den und in einen Brief­kas­ten eines Pri­vat­hau­ses gelangt war. Der Inhalt der „ver­pass­ten“ Sen­dung war über den Hin­weis „Info-Post schwer“ hin­aus nicht mit­ge­teilt. Die Kar­te ent­hielt die Auf­for­de­rung: „Bit­te rufen Sie uns an!“ und eine Tele­fon­num­mer. Nach den getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen wur­de bei Anruf nicht nur die Zustel­lung eines Info­pa­kets ange­spro­chen, son­dern sofort auch ein Inter­es­se an Immo­bi­li­en­ge­schäf­ten erfragt und ein Bera­tungs­ge­spräch offe­riert.

Das von dem Mit­be­wer­ber gegen die­se Pra­xis erwirk­te Ver­bot hat der Senat bestä­tigt, so betont Zim­mer-Goertz.

Nach Auf­fas­sung des Senats liegt eine Täu­schung vor, wenn mit dem Ein­wurf einer Kar­te „Benach­rich­ti­gung-Paket­zu­stel­lung“ dem Adres­sa­ten sug­ge­riert wird, ein Paket­dienst­un­ter­neh­men habe eine Sen­dung eines Drit­ten nicht zustel­len kön­nen, tat­säch­lich aber Info­post eines Unter­neh­mens ver­teilt und wenn der Emp­fän­ger der Kar­te zu einem Wer­be­an­ruf ver­an­lasst wer­den soll. Der Adres­sat der streit­ge­gen­ständ­li­chen Kar­te wer­de letzt­lich genö­tigt, die ange­ge­be­ne Num­mer anzu­ru­fen, weil er sich in der Gefahr sehen könn­te, eine viel­leicht wich­ti­ge Sen­dung zu ver­pas­sen.

Zim­mer-Goertz emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwälte/ — innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de ver­wies.

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RA Mathi­as Zim­mer-Goertz
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