(Kiel) Ein Mak­ler hat sei­ne Cour­ta­ge ver­dient, wenn sein Kun­de das ver­mit­tel­te Objekt zu einem deut­lich nied­ri­ge­ren Kauf­preis erwor­ben hat, als es ihm vom Mak­ler nach­ge­wie­sen wur­de.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 5.04.2013 zu sei­nem Urteil vom 21.03.2013 (18 U 133/12), nicht rechts­kräf­tig.

Die kla­gen­de Mak­ler­fir­ma aus Bie­le­feld hat­te der beklag­ten Bie­le­fel­der Unter­neh­mens­grup­pe aus dem Bereich des gewerb­li­chen Hoch­baus im Dezem­ber 2010 ein an ihren Fir­men­sitz angren­zen­des, zum Ver­kauf anste­hen­des gewerb­li­ches Grund­stück für einen Kauf­preis von 1,1 Mio. € benannt. Im Juli 2011 erwarb die Beklag­te das ca. 9.800 qm gro­ße Grund­stück für 624.750 €. Die Zah­lung der von der Klä­ge­rin ver­lang­ten Käu­fer­cour­ta­ge in Höhe von 18.742,50 € ver­wei­ger­te sie u.a. mit der Begrün­dung, die Klä­ge­rin habe den abge­schlos­se­nen Kauf­ver­trag nicht ver­mit­telt, weil der ver­ein­bar­te Kauf­preis 43 % unter dem von der Klä­ge­rin genann­ten Preis lie­ge.

Nach der Auf­fas­sung des 18. Zivil­se­nats des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat die Klä­ge­rin die Mak­ler­cour­ta­ge ver­dient, so Klar­mann.

Es ent­spre­che stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes, dass der Mak­ler gemäß § 652 BGB zwar nur dann eine Cour­ta­ge ver­lan­gen kön­ne, wenn der Ver­trag, mit des­sen Her­bei­füh­rung er beauf­tragt gewe­sen sei, tat­säch­lich zustan­de kom­me. Füh­re sei­ne Tätig­keit zum Abschluss eines ande­ren Ver­tra­ges, ent­ste­he kein Cour­ta­ge­an­spruch. Eine sol­che Iden­ti­tät des beab­sich­tig­ten Ver­tra­ges mit dem tat­säch­lich zustan­de gekom­me­nen Kauf­ver­trag feh­le zwar, wenn der ver­ein­bar­te Kauf­preis um 43 % von dem vom Mak­ler benann­ten Kauf­preis abwei­che. Der Mak­ler habe im vor­lie­gen­den Fall sei­ne Cour­ta­ge aber den­noch ver­dient, weil der Kun­de mit dem abge­schlos­se­nen Kauf­ver­trag den von ihm ange­streb­ten wirt­schaft­li­chen Erfolg erzielt habe. Hier­an ände­re die Preis­dif­fe­renz zuguns­ten des Mak­ler­kun­den nichts. Ohne Hin­zu­tre­ten beson­de­rer, im zu ent­schei­den­den Fall nicht vor­lie­gen­der Grün­de sei es treu­wid­rig, wenn der Kun­de unter Hin­weis auf die für ihn vor­teil­haf­te Preis­ab­wei­chung die Cour­ta­ge­zah­lung ver­wei­gern dür­fe. Dem sei auch nicht ent­ge­gen­zu­hal­ten, dass einem Mak­ler das Ver­hand­lungs­ge­schick sei­nes Kun­den nicht zugu­te­kom­men dür­fe. Es lie­ge in der Natur des Nach­weis­mak­ler­ver­tra­ges, dass die Ver­trags­par­tei­en und nicht der Mak­ler die Preis­ver­hand­lun­gen führ­ten. Der Senat hat die Revi­si­on zuge­las­sen, weil die vor­ste­hen­de Rechts­fra­ge von Ober­lan­des­ge­rich­ten unter­schied­lich beur­teilt wer­de und vom Bun­des­ge­richts­hof noch nicht ent­schie­den wor­den sei.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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