(Kiel) Ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, der den mit einer Grund­dienst­bar­keit abge­si­cher­ten Über­bau einer Nach­bar­ga­ra­ge auf sei­nem Grund­stück dul­den muss, ist nicht ver­pflich­tet, dem Nach­barn zu gestat­ten, die über das Grund­stück ver­lau­fen­de Gara­gen­zu­fahrt zu benut­zen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 22.02.2013 zu sei­nem Urteil vom vom 22.11.2012 (I-5 U 98/12), nicht rechts­kräf­tig und nun beim BBH anhän­gig (BGH V ZR 24/13).

Der 5. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat­te über einen Streit zwi­schen Eigen­tü­mern in Hagen gele­ge­ner, benach­bar­ter Grund­stü­cke zu ent­schei­den. Die Gara­ge der Klä­ger steht etwa zur Hälf­te auf dem Grund­stück der Beklag­ten. Die­sen Über­bau haben die Beklag­ten auf­grund einer im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Grund­dienst­bar­keit zu dul­den. Um ein Auto in der Gara­ge zu par­ken, müs­sen die Klä­ger eine ca. 4–5 m lan­ge Gara­gen­zu­fahrt befah­ren, die sich zu gut einem Drit­tel auf dem Grund­stück der Beklag­ten befin­det. Ein im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nes Wege­recht sichert die Zufahrt zur Gara­ge nicht ab. Nach­dem die Beklag­ten den Klä­gern die Über­fahrt über ihr Grund­stück­stück unter­sagt hat­ten, haben die Klä­ger auf Dul­dung der Zufahrt zu ihrer Gara­ge geklagt. Dabei haben sie gemeint, die Befug­nis zur Zufahrt fol­ge aus der ein­ge­tra­ge­nen Grund­dienst­bar­keit sowie aus den nach­bar­recht­li­chen Vor­schrif­ten des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches. Die­se beinhal­ten­den nicht nur eine Dul­dungs­pflicht hin­sicht­lich der Gara­ge son­dern auch hin­sicht­lich der Zufahrt als dazu­ge­hö­ren­der „Funk­ti­ons­flä­che”.

Der Rechts­an­sicht der Klä­ger ist der 5. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm nicht gefolgt und hat die Kla­ge auf die Beru­fung der Beklag­ten abge­wie­sen, so Klar­mann.

Der gel­tend gemach­te Anspruch erge­be sich nicht aus der ein­ge­tra­ge­nen Dienst­bar­keit, die nicht das Recht beinhal­te, die Zufahrt zu befah­ren. Nach ihrem Wort­laut bezie­he sich die Dienst­bar­keit nur dar­auf, dass ein Über­bau in Form einer Gara­ge zu dul­den sei. Das schlie­ße die Gara­gen­zu­fahrt nicht ein. Dass der Rechts­vor­gän­ger der Beklag­ten bei der Bewil­li­gung der Dienst­bar­keit ange­nom­men habe, die Zufahrt zur Gara­ge sei gewähr­leis­tet, ver­pflich­te die Beklag­ten nicht. Auch auf eine ande­re Rechts­grund­la­ge könn­ten die Klä­ger ihren Anspruch nicht stüt­zen. Der Fall eines den Klä­gern gem. § 917 BGB zuste­hen­den Not­we­ge­rechts lie­ge nicht vor. Die mit dem erlaub­ten Über­bau gem. § 912 BGB ver­bun­de­ne Dul­dungs­pflicht erfas­se die Gara­gen­zu­fahrt als sog. „Funk­ti­ons­flä­che” nicht. Aus dem nach­bar­li­chen Gemein­schafts­ver­hält­nis las­se sich der Anspruch eben­falls nicht her­lei­ten.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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