(Kiel) Ein Ver­an­stal­ter eines „Public-Viewing-Events“ ist für die Sicher­heit von ste­hen­den Zuschau­ern auf einer Sitz­tri­bü­ne ver­ant­wort­lich und wird nicht durch eine ord­nungs­be­hörd­li­che Geneh­mi­gung ent­las­tet.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 04. Juli 2011 zu sei­nem Urteil vom 05.11.2010, I‑9 U 44/10.

Die Beklag­te, eine Event-GmbH, zeig­te wäh­rend der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 im Rah­men eines „Public-Viewing-Events“ Län­der­spie­le und errich­te­te hier­zu mit ord­nungs­be­hörd­li­cher Geneh­mi­gung eine drei­stö­cki­ge Sitz­tri­bü­ne, die nicht mit Gelän­dern abge­si­chert war. Aus dem Stand stürz­te der Klä­ger gemein­sam mit einem ande­ren Zuschau­er aus 80 cm Höhe zu Boden und brach sich hier­bei den Arm. Der Klä­ger war meh­re­re Mona­te arbeits­un­fä­hig und ver­klag­te die Ver­an­stal­te­rin erfolg­reich unter ande­rem auf Zah­lung von Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz.

Die Beklag­te habe ihre Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten als Ver­an­stal­te­rin ver­letzt und haf­te daher dem Klä­ger für die ent­stan­de­nen Schä­den. Die Ver­an­stal­te­rin sei für die Sicher­heit der auf der Sitz­tri­bü­ne ste­hen­den Zuschau­er ver­ant­wort­lich und wer­de nicht durch die ord­nungs­be­hörd­li­che Geneh­mi­gung ent­las­tet, führ­te der Senat aus und folg­te damit dem vor­he­ri­gen Urteils des Land­ge­richts Essen, so Klar­mann,

Anders als die ers­te Instanz beur­teil­te der Senat das Mit­ver­schul­den des Klä­gers mit 50 statt mit 25%. Die Gefahr sei bei wie­der­hol­ten tumult­ar­ti­gen Bewe­gun­gen unter den Zuschau­ern auf der Büh­ne offen­sicht­lich gewe­sen. Der Klä­ger hät­te sich durch vor­sich­ti­ges Ver­hal­ten vor Scha­den schüt­zen und den Tri­bü­nen­rand mei­den kön­nen, führ­te der Senat aus und sprach dem Klä­ger Schmer­zens­geld in Höhe von 10.000 Euro und wei­te­ren Scha­dens­er­satz in Höhe von etwa 3.300 Euro zu.  

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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Jens Klar­mann
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