(Kiel) Ein Vod­ka-Misch­ge­tränk mit einem Alko­hol­ge­halt von 10% Vol. darf nicht unter der Bezeich­nung „Ener­gy und Vod­ka” ver­trie­ben wer­den.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 10.08.2012 zu sei­nem Urteil vom 10.07.2012 (I‑4 U 38/12), mit dem das OLG die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Pader­born abge­än­dert hat­te.

Geklagt hat ein Ver­ein, der sich mit der Ein­hal­tung lebens­mit­tel­recht­li­cher und wett­be­werbs­recht­li­cher Bestim­mun­gen im Bereich der Spi­ri­tuo­sen-Indus­trie befasst. Er hat von dem beklag­ten Unter­neh­men, das u.a. alko­ho­li­sche Geträn­ke ver­treibt, ver­langt, es zu unter­las­sen, ein zu gut einem Vier­tel aus Vod­ka und im Übri­gen aus einer kof­fe­in­hal­ti­gen Erfri­schungs­ge­tränk bestehen­des Misch­ge­tränk mit 10% Vol. Alko­hol mit der Bezeich­nung „Ener­gy und Vod­ka” zu ver­trei­ben oder zu bewer­ben.

Der 4. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, so Dr. Ise­le.

Die für den Ver­trieb des in Rede ste­hen­den Getränks ver­wen­de­te Bezeich­nung „Ener­gy & Vod­ka” ver­sto­ße gegen die Ver­ord­nung (EG) Nr. 1924/2006 über nähr­wert- und gesund­heits­be­zo­ge­ne Anga­ben (sog. Health-Claims-VO). Die Bestim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung dien­ten dem Schutz des Ver­brau­chers. Gemäß Art. 4 Abs. 3 S. 2 der Health-Claims-VO dürf­ten Geträn­ke mit einem Alko­hol­ge­halt von mehr als 1,2% Vol. grund­sätz­lich kei­ne nähr­wert­be­zo­ge­nen Anga­ben tra­gen. Das ver­trie­be­ne Vod­ka-Misch­ge­tränk sei ein der­ar­ti­ges Getränk. Der in der Bezeich­nung der Beklag­ten ver­wand­te Begriff „Ener­gy” stel­le eine nähr­wert­be­zo­ge­ne Anga­be dar. Er ver­mitt­le dem Ver­brau­cher den Ein­druck, der Kon­sum des Getränks ver­schaf­fe ihm Ener­gie, Kraft, Tat­kraft und Leis­tungs­ver­mö­gen. So wer­de das Getränk – unzu­läs­si­ger­wei­se – als funk­tio­nel­les Lebens­mit­tel beschrie­ben, das posi­ti­ve Nähr­wert­ei­gen­schaf­ten habe. Die Bezeich­nung „Ener­gy” habe einen eigen­stän­di­gen Begriffs­in­halt und bezeich­ne des­we­gen nicht ledig­lich die Beschaf­fen­heit oder eine Zutat des Getränks.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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