(Kiel) Eine Klau­sel in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen, die bei einem Ver­brauchs­gü­ter­kauf eine Rüge­pflicht bei offen­sicht­li­chen Män­geln pos­tu­liert, ist unzu­läs­sig.

Dar­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Gewerb­li­chen Rechts­schutz und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL.M. von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 13.07.2012 zu sei­nem Urteil vom 24.05.2012 – Az. I‑4 U 48/12.

Die Par­tei­en, Ver­sand­händ­ler, ver­trei­ben Spiel­ge­rä­te über Online-Shops im Inter­net. Die Antrags­geg­ne­rin ver­wand­te in ihren All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen für den Abschluss von Ver­trä­gen im Fern­ab­satz eine Klau­sel, wonach der Ver­brau­cher dem Anbie­ter offen­sicht­li­che Män­gel spä­tes­tens inner­halb einer Frist von zwei Wochen nach der Über­ga­be des Kauf­ge­gen­stan­des schrift­lich anzu­zei­gen hat­te. Für die Ver­wen­dung die­ser Klau­sel wur­de sie von der Antrag­stel­le­rin im Wege der Einst­wei­li­gen Ver­fü­gung auf Unter­las­sung in Anspruch genom­men.

Nach der Auf­fas­sung des 4. Zivil­se­nats zu Recht, so Leis.

Die Ver­wen­dung die­ser Klau­sel ver­sto­ße, so die Senats­ent­schei­dung, gegen § 475 Abs. 2 BGB. Zwar sei eine Klau­sel im Rah­men der Inhalts­kon­trol­le nach § 309 Nr. 8 b) ee) BGB nur dann unwirk­sam, wenn der Ver­wen­der dem Ver­trags­part­ner wegen nicht offen­sicht­li­cher Män­gel eine Aus­schluss­frist set­ze. Das bedeu­te aber nicht, dass auch beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf eine Rüge­pflicht bei offen­sicht­li­chen Män­geln zuläs­sig sei, weil eine sol­che Rüge­pflicht zu Las­ten des Ver­brau­chers vom gel­ten­den Recht abwei­che und die Män­gel­rech­te damit zumin­dest fak­tisch zum Nach­teil des Ver­brau­chers ein­ge­schränkt wür­den. Durch die Klau­sel ent­ste­he beim Ver­brau­cher – unzu­läs­si­ger­wei­se – der Ein­druck, dass er sei­ne Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che ver­lie­re, wenn er die Rüge­frist ver­säu­me. Da die Ver­wen­dung unwirk­sa­mer AGB zugleich einen Wett­be­werbs­ver­stoß dar­stellt, hat der Senat die bean­trag­te einst­wei­li­ge Ver­fü­gung erlas­sen.

Leis emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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