(Kiel) Eine wegen eines Feh­lers bei der Min­dest­preis­an­ga­be abge­bro­che­ne Ebay-Auk­ti­on begrün­det auch bei einem vor­han­de­nen Gebot kei­nen Ver­trags­schluss, weil das Ange­bot nach den Ebay-Bedin­gun­gen zurück­ge­zo­gen wer­den konn­te.


Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 10.12.2013 zu sei­nem Urteil vom 04.11.2013 (2 U 94/13).


Der voll­jäh­ri­ge Sohn des Beklag­ten aus Stein­heim hat­te auf Ebay-Account sei­nes Vaters einen Audi A4 2.0 TDI ohne Anga­be eines Min­dest­prei­ses ange­bo­ten. Kurz nach dem Ein­stel­len brach er die Auk­ti­on ab und stell­te den Wagen erneut, dies­mal mit der Anga­be eines Min­dest­prei­ses ein. Zum Zeit­punkt des Abbruchs war eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts aus Oster­ho­fen mit einem Gebot von 7,10 Euro Höchst­bie­ten­de. Nach der Über­nah­me des Geschäfts­be­triebs die­ser Gesell­schaft hat der Klä­ger aus Pas­sau vom Beklag­ten die Her­aus­ga­be des PKW für 7,10 Euro ver­langt und die Ansicht ver­tre­ten, es sei ein Kauf­ver­trag zustan­de gekom­men, der den Beklag­ten ver­pflich­te, den PKW für die­sen Preis abzu­ge­ben.


Die Kla­ge ist erfolg­los geblie­ben. Es sei bereits kein Kauf­ver­trag abge­schlos­sen wor­den, so der 2. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm. Das ers­te Ebay-Ange­bot des Beklag­ten sei wirk­sam zurück­ge­zo­gen wor­den.
Ein bei Ebay ein­ge­stell­tes Ange­bot ste­he unter dem Vor­be­halt, dass kein Wider­ruf­grund nach den Ebay-Bedin­gun­gen gege­ben sei. Ein Wider­ruf­grund lie­ge u.a. dann vor, wenn dem Anbie­ter beim Ein­stel­len des Ange­bots ein Feh­ler unter­lau­fen sei. Das kön­ne auch ein Feh­ler bei der Anga­be des Min­dest­prei­ses sein. Im Fal­le eines Wider­ruf­grun­des kön­ne der Anbie­ter sein Ange­bot zurück­zie­hen und damit wirk­sam wider­ru­fen. Dar­auf, ob es nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen auch anfecht­bar sei, kom­me es dabei nicht an.


Im vor­lie­gen­den Fall ste­he fest, dass dem Sohn des Beklag­ten beim ers­ten Ange­bot ein Feh­ler bei der Ein­ga­be des Min­dest­prei­ses unter­lau­fen sei. Dabei sei es uner­heb­lich, ob der Sohn den Min­dest­preis feh­ler­haft ein­ge­ge­ben oder ob das Sys­tem einen an sich rich­tig ein­ge­ge­be­nen Min­dest­preis feh­ler­haft nicht akzep­tiert habe. In bei­den Fäl­len lie­ge ein zum Wider­ruf berech­ti­gen­der Feh­ler vor. Einen sol­chen gebe es zwar nicht, wenn es den Beklag­ten nach der Ein­stel­lung des ers­ten Ange­bo­tes ledig­lich gereut hät­te, kei­nen Min­dest­preis ein­ge­ge­ben zu haben. Letz­te­res tref­fe auf den zu beur­tei­len­den Fall aber nicht zu.


Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

 

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