(Kiel) Der 4. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat soeben ent­schie­den, dass eine Wer­be­an­zei­ge einer Fuß­pfle­ge­rin mit dem Inhalt „Pra­xis für medi­zi­ni­sche Fuß­pfle­ge“ irre­füh­rend sein kann.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 22.02.2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 03.02.2011 — I‑4 U 160/10.

Die Par­tei­en sind – in unmit­tel­ba­rer räum­li­cher Nähe — Mit­be­wer­be­rin­nen auf dem Dienst­leis­tungs­markt der Fuß­pfle­ge. Die Klä­ge­rin ist Podo­lo­gin, die Beklag­te ist als Fuß­pfle­ge­rin tätig. Die Beklag­te schal­te­te in einer Zeit­schrift eine mit ihrem Namen ergänz­te Anzei­ge mit dem Inhalt: „Pra­xis für medi­zi­ni­sche Fuß­pfle­ge.“ Die­se Wer­bung bean­stan­de­te die Klä­ge­rin als wett­be­werbs­wid­rig.

Zu Recht, so die Ham­mer Rich­ter. Der 4. Zivil­se­nat hat der Beklag­ten die­se Form der Wer­bung als irre­füh­rend unter­sagt, betont Dr. Ise­le.

Ein nicht unbe­deu­ten­der Teil der ange­spro­che­nen Ver­kehrs­krei­se erwar­te – Jah­re nach­dem der Gesetz­ge­ber mit der Ein­füh­rung des Podo­lo­gen­ge­set­zes den Heil­be­ruf geschützt und sich die Berufs­be­zeich­nung eta­bliert habe — bei der Bezeich­nung „Pra­xis für medi­zi­ni­sche Fuß­pfle­ge“, dass die damit bewor­be­ne Behand­lung durch einen Podo­lo­gen, also einen medi­zi­ni­schen Fuß­pfle­ger erfolgt.

Da die Wer­ben­de nur Fuß­pfle­ge­rin, nicht aber medi­zi­ni­sche Fuß­pfle­ge­rin sei, wer­de eine Fehl­vor­stel­lung her­vor­ge­ru­fen. Die­se sei auch wett­be­werbs­re­le­vant. Mit der Behand­lung durch einen Podo­lo­gen wer­de eine bestimm­te Qua­li­täts­vor­stel­lung ver­bun­den. Ob im Ein­zel­fall erfah­re­ne Fuß­pfle­ger Leis­tun­gen der­sel­ben oder einer bes­se­ren Qua­li­tät erbrin­gen könn­ten, sei nicht ent­schei­dend. Maß­geb­lich sei, dass der Gesetz­ge­ber zum Schut­ze der Gesund­heit der Bevöl­ke­rung mit der Ein­füh­rung des geschütz­ten Heil­be­rufs einen Min­dest­stan­dard set­zen woll­te, der im all­ge­mei­nen nur von einem aus­ge­bil­de­ten Polo­lo­gen erreicht wer­de. Die Beklag­te kön­ne für die ihr erlaub­ten Tätig­kei­ten wer­ben, ihren berufs­recht­li­chen Inter­es­sen sei damit Genü­ge getan. Der Senat hat die Revi­si­on zuge­las­sen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, die­se Ent­schei­dung zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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