(Kiel) Ein Strom­netz­be­trei­ber muss eine Wind­kraft­an­la­ge an die nächst­ge­le­ge­ne Ver­knüp­fungs­stel­le in sei­nem Netz anschlie­ßen und macht sich bei einem schuld­haf­ten Ver­stoß gegen die­se Pflicht scha­dens­er­satz­pflich­tig.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 20.05.2011 zum Urteil vom 03.05.2011 — (I‑21 U 94/10), der damit die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Arns­berg (Urteil vom 06.05.2010, 4 O 434/09) bestä­tigt hat.

Die beklag­te Netz­be­trei­be­rin hat­te die Wind­kraft­an­la­ge der Klä­ge­rin nicht an der stand­ort­na­hen Ver­knüp­fungs­stel­le, son­dern an einen wei­ter ent­fernt lie­gen­den Punkt ihres Net­zes ange­schlos­sen. Sie hat­te eine Über­las­tung der stand­ort­nä­he­ren Anschluss­stel­le befürch­tet und aus Kos­ten­grün­den die­se nicht aus­bau­en wol­len. Infol­ge des Anschlus­ses an den wei­ter ent­fernt lie­gen­den Ver­knüp­fungs­punkt sind der Betrei­be­rin der Wind­kraft­an­la­ge nach ihrem Vor­trag aber Mehr­kos­ten von min­des­tens 190.000 Euro ent­stan­den, die sie von der beklag­ten Netz­be­trei­be­rin ersetzt ver­langt.

Dem Grun­de nach sei die Scha­dens­er­satz­kla­ge der Betrei­be­rin der Wind­kraft­an­la­ge berech­tigt, führ­te der Senat aus, so Klar­mann:

Mit dem Anschluss an die wei­ter ent­fernt lie­gen­de Stel­le in ihrem Netz habe die Netz­be­trei­be­rin gegen die aus § 5 Abs. 1 Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz bestehen­de Anschluss­pflicht ver­sto­ßen. Danach sei­en Netz­be­trei­ber ver­pflich­tet, die Anla­ge an der Stel­le an „ihr“ Netz anzu­schlie­ßen, die bei geeig­ne­ter Span­nungs­ebe­ne die kür­zes­te Ent­fer­nung zum Stand­ort der Anla­ge auf­wei­se. Etwas ande­res gel­te nur, wenn ein „ande­res“ Netz einen tech­nisch und wirt­schaft­lich güns­ti­ge­ren Ver­knüp­fungs­punkt auf­wei­se. Soweit die mög­li­chen Anschluss­stel­len – wie hier der Fall — in dem­sel­ben Netz lie­gen kom­me es auf die gesamt­wirt­schaft­li­che Betrach­tung nicht an, führ­te der Senat nach Aus­le­gung der neu­ge­fass­ten Vor­schrift aus. Der Senat hat die Revi­si­on zuge­las­sen.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
DASV Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 300
Fax: 0431 – 974 3099
Email: j.klarmann@pani‑c.de
www.pani‑c.de