(Kiel) Recht­zei­tig zum Niko­laus­tag hat das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Hamm am 04.12.2009 eine Ent­schei­dung mit dem Hin­weis „Prost Niko­laus“ ver­öf­fent­licht, mit der das Gericht einem Wein­händ­ler erlaubt hat­te, dass ein Wein­händ­ler einen am 06.12. geern­te­ten tro­cke­nen Ries­ling unter der Bezeich­nung “Sankt Niko­laus” anbie­ten darf.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des OLG Hamm zum bereits am 21.07.2009 ergan­ge­nen Urteil, Az.: 4 U 61/09.


Der Wett­be­werbs­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts hat damit die Beru­fung eines kon­kur­rie­ren­den Wein­händ­lers, der ein ein­ge­tra­ge­nes Mar­ken­recht an der Bezeich­nung “Niko­laus G” besitzt, gegen ein Urteil des Land­ge­richts Bochum zurück­ge­wie­sen.


Zur Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt aus­ge­führt, so Klar­mann:


Zwi­schen der Bezeich­nung “Sankt Niko­laus” und “Niko­laus G” besteht kei­ne Ver­wech­se­lungs­ge­fahr. Durch das nach­ge­stell­te “G” erhält die Mar­ke “Niko­laus G” ins­ge­samt einen Namens­cha­rak­ter, wobei der Vor­na­me “Niko­laus” ist und der Nach­na­me mit dem Buch­sta­ben “G” abge­kürzt ist. Da Ein­zel­buch­sta­ben als Abkür­zun­gen von Fami­li­en­na­men zu ver­ste­hen sind, tra­gen die­se zum Gesamt­ein­druck der Mar­ke wesent­lich bei.


Auch in pho­ne­ti­scher Hin­sicht kann man das “G” kei­nes­wegs unter den Tisch fal­len las­sen, zumal davon aus­zu­ge­hen ist, dass eine Mar­ke iso­liert ohne die­sen Buch­sta­ben nur mit “Niko­laus” schwer­lich ein­tra­gungs­fä­hig wäre. Bei der vom Beklag­ten benutz­ten Bezeich­nung sind in glei­cher Wei­se sowohl der Bestand­teil “Niko­laus” als auch der Wort­be­stand­teil “Sankt” prä­gend. Dem Wort­be­stand­teil “Sankt” kommt hier­bei eine wesent­li­che Bedeu­tung zu. Es wird gera­de auf den Hei­li­gen Niko­laus abge­stellt. Dies wird durch den Hin­weis auf den 06.12. noch ver­stärkt. Es han­delt sich um den Niko­laus­tag, an dem die Trau­ben gele­sen wor­den sind. Es geht also in zeit­li­cher und inhalt­li­cher Hin­sicht um einen Wein, der dem Fest­tag des Hei­li­gen Niko­laus zuge­ord­net wird.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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