(Kiel)  Mit Beschluss vom 6. März 2009 hat das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz das Haupt­ver­fah­ren gegen einen 63 Jah­re alten deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen eröff­net und die Ankla­ge des Gene­ral­bun­des­an­walts beim Bun­des­ge­richts­hof zur Haupt­ver­hand­lung zuge­las­sen. Dem Ange­klag­ten wird vor­ge­wor­fen, als Geschäfts­füh­rer einer in Rhein­land-Pfalz ansäs­si­gen Fir­ma in ins­ge­samt 12 Fäl­len gegen das Außen­wirt­schafts­ge­setz ver­sto­ßen zu haben. (AZ.: OLG Koblenz — 3 StE 1/09 – 4 -)

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel.


Der Ange­klag­te soll in der Zeit von Juni 2005 bis Juni 2007 neun Lie­fe­run­gen hoch­wer­ti­gen und daher aus­fuhr­ge­neh­mi­gungs­be­dürf­ti­gen Gra­phits über eine tür­ki­sche Fir­ma in den Iran ver­an­lasst haben. Die Ware — ins­ge­samt etwa 16 Ton­nen — war auf Anwei­sung des Ange­schul­dig­ten zur Umge­hung der Aus­fuhr­kon­trol­len jeweils als gering­wer­ti­ges Gra­phit dekla­riert wor­den, so Gie­se­ler.


Fer­ner soll er bis zu sei­ner Fest­nah­me am 20. Juni 2008 mit sei­nem tür­ki­schen Geschäfts­part­ner ent­ge­gen den Bestim­mun­gen des soge­nann­ten Iran­em­bar­gos — eine Lie­fe­rung von ins­ge­samt etwa 10 Ton­nen hoch­wer­ti­gen Gra­phits an einen in der Iran­em­bar­go­ver­ord­nung gelis­te­ten Emp­fän­ger im Iran ver­ab­re­det haben. Zwei ver­ein­ba­rungs­ge­mäß über ein ande­res EU-Land in die Tür­kei aus­ge­führ­te Teil­lie­fe­run­gen konn­ten vom tür­ki­schen Zoll am 14. Mai 2007 und am 29. Novem­ber 2007 ange­hal­ten wer­den. Noch wäh­rend der Ange­klag­te mit sei­nem tür­ki­schen Geschäfts­part­ner eine wei­te­re Umge­hungs­lie­fe­rung über ande­re Dritt­staa­ten plan­te, konn­te ein drit­ter Lie­fe­rungs­ver­such des zum Rake­ten­bau nutz­ba­ren Mate­ri­als durch die Fest­nah­me des Ange­klag­ten und die Sicher­stel­lung des Gra­phits ver­ei­telt wer­den. Der Ange­klag­te befin­det sich in Unter­su­chungs­haft.


Der Pro­zess soll nun am Mitt­woch, den 8. April 2009, 9:00 Uhr, vor dem zustän­di­gen Straf­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Koblenz begin­nen.
Gie­se­ler warn­te in die­sem Zusam­men­hang davor, der­ar­ti­ge Ver­stö­ße auf die „leich­te Schul­ter“ zu neh­men, wie nun auch die­ser Fall zei­ge. Immer­hin befin­de sich der Ange­lang­te  nun seit rd. neun Mona­ten in Unter­su­chungs­haft. Auch dar­an las­se sich die Schwe­re der Tat able­sen.


Er emp­fahl des­halb, sich vor der­ar­ti­gen Lie­fe­run­gen umfas­send über die Bestim­mun­gen des Außen­wirt­schafts­ge­set­zes und etwai­ge Embar­gos zu infor­mie­ren, um der­ar­ti­ge Fol­gen zu ver­mei­den, wobei er u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de ver­wies.


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Dr. Nor­bert Gie­se­ler
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