(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Köln hat mit meh­re­ren am 30. August 2012 ver­kün­de­ten Urtei­len die Kla­gen von ins­ge­samt 16 Anle­gern zurück­ge­wie­sen, die eine Fonds- und eine Treu­hand­ge­sell­schaft sowie den All­ge­mei­nen Wirt­schafts­dienst AWD auf Scha­dens­er­satz in einer Gesamt­hö­he von rund 750.000,00 Euro in Anspruch genom­men hat­ten.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht” der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Köln vom 30.08.2012 zu sei­nen Urtei­len vom sel­ben Tage, Az: 18 U 42/11 u. a.

Die Klä­ger hat­ten Anfang bis Mit­te der 90er Jah­re Antei­le an einem Immo­bi­li­en­fonds erwor­ben, der ein Wohn- und Geschäfts­ge­bäu­de in Ber­lin errich­te­te und betrieb; die AWD GmbH hat­te den Ver­kauf ver­mit­telt. Nach­dem die Ren­di­ten nicht den Vor­stel­lun­gen der Klä­ger ent­spro­chen hat­ten, nah­men sie die betei­lig­ten Gesell­schaf­ten und den AWD auf Rück­zah­lung der Ein­la­gen gegen Rück­ga­be der Fonds­an­tei­le in Anspruch. Die Klä­ger war­fen den Beklag­ten vor, der Pro­spekt sei in meh­re­ren Punk­ten feh­ler­haft gewe­sen. So sei nicht aus­rei­chend dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass die Fonds­an­tei­le nur ein­ge­schränkt han­del­bar sei­en; die Ren­di­te-Pro­gno­se­rech­nung sei unrea­lis­tisch über­höht gewe­sen. Zudem sei das Ver­hält­nis zwi­schen dem Anteil des Kapi­tals, der tat­säch­lich für Errich­tung und Betrieb des Gebäu­des ver­wen­det wur­de und dem Anteil für Bera­tungs- und sons­ti­ge Neben­kos­ten unklar und feh­ler­haft dar­ge­stellt wor­den.

Das Land­ge­richt hat­te die Kla­gen abge­wie­sen mit der Begrün­dung, dass die Ansprü­che jeden­falls ver­jährt sei­en. Im Beru­fungs­ver­fah­ren vor dem Ober­lan­des­ge­richt haben die Klä­ger sodann, neben den wei­ter­hin auf­recht­erhal­te­nen Vor­wür­fen gegen den Pro­spekt, auch eine über­höh­te Pro­vi­si­ons­zah­lung an den AWD behaup­tet: es sei­en ent­ge­gen den Anga­ben im Pro­spekt min­des­tens 15% Pro­vi­si­on gezahlt wor­den, wor­über dann nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes hät­te auf­ge­klärt wer­den müs­sen.

Der zustän­di­ge 18. Zivil­se­nat hat zur Fra­ge der Höhe der gezahl­ten Pro­vi­sio­nen meh­re­re Zeu­gen ver­nom­men, dar­un­ter auch den frü­he­ren Vor­stands­vor­sit­zen­den der AWD Hol­ding AG Cars­ten Maschmey­er. Nach­dem indes kei­ner der Zeu­gen die Zah­lung einer Pro­vi­si­on von 15% oder mehr an den AWD bestä­ti­gen konn­te, hat das Gericht die Beru­fun­gen der Klä­ger zurück­ge­wie­sen. Die Beweis­last für die Zah­lung einer auf­klä­rungs­be­dürf­ti­gen Pro­vi­si­on lie­ge bei den Klä­gern, das nega­ti­ve Beweis­ergeb­nis gehe daher zu deren Las­ten. In der Urteils­be­grün­dung ist hin­sicht­lich der übri­gen Vor­wür­fe wei­ter aus­ge­führt, dass die ers­te Instanz zu Recht von einer Ver­jäh­rung der Ansprü­che aus­ge­gan­gen sei. Zudem sei der Pro­spekt nicht feh­ler­haft gewe­sen; die Anga­ben sei­en hin­rei­chend nach­voll­zieh­bar.

Der Senat hat die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof nicht zuge­las­sen. Hier­ge­gen kön­nen die Klä­ger Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­le­gen, soweit ihr gel­tend gemach­ter Scha­den mehr als 20.000,00 Euro beträgt.

Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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