(Kiel) Im Rechts­streit der Inha­be­rin der Mar­ke “Rit­ter Sport” gegen die Kraft Foods Deutsch­land GmbH als Inha­be­rin der Mar­ke “Mil­ka” hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln mit einem am 30. März 2012 ver­kün­de­ten Urteil die Kla­ge abge­wie­sen.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Köln vom 4.04.2012 zu sei­nem Urteil vom 30.03.2012, Az.: 6 U 159/11.

Die Beklag­te hat­te im Jahr 2010 Scho­ko­la­den­ta­feln auf den Markt gebracht, bei denen zwei 40-g-Scho­ko­la­den­ta­feln in einer Dop­pel­pa­ckung zusam­men­ge­fasst waren; durch eine Per­fo­rie­rung in der Mit­te ließ sich die Dop­pel­pa­ckung in zwei ein­zel­ne gleich gro­ße fast qua­dra­ti­sche Hälf­ten tren­nen. Die Ver­pa­ckung der Tafeln war weit­ge­hend in der Far­be lila gehal­ten und trug die Auf­schrift “Mil­ka”. Außer­dem war die “lila Kuh” dar­auf abge­bil­det. Die Klä­ge­rin sah jedoch auf­grund der qua­dra­ti­schen Form der bei­den Tafel­hälf­ten ihr auch als Mar­ke ein­ge­tra­ge­nes bekann­tes Kenn­zei­chen ver­letzt und nahm die Beklag­te auf Unter­las­sung des Inver­kehr­brin­gens, Aus­kunft, Scha­dens­er­satz­fest­stel­lung und Ver­nich­tung der bereits her­ge­stell­ten Tafeln in Anspruch.

Das Land­ge­richt Köln hat­te der Kla­ge weit­ge­hend statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat der 6. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Köln das Urteil jedoch abge­än­dert und die Kla­ge ins­ge­samt abge­wie­sen, so Dr. Ise­le.

Nach Auf­fas­sung des Senats, der sich auf Ver­brau­cher­um­fra­gen stützt, erken­ne zwar der weit über­wie­gen­de Teil der Kon­su­men­ten eine qua­dra­tisch ver­pack­te Scho­ko­la­den­ta­fel mit Sei­ten­la­schen ohne zusätz­li­che Kenn­zeich­nun­gen durch Auf­schrif­ten oder Bil­der als eine sol­che der Mar­ke “Rit­ter” oder “Rit­ter Sport”. Den­noch bestehe weder eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr noch die Gefahr einer “Ver­wäs­se­rung” der Kla­ge­mar­ke. Der Gesamt­ein­druck bei den bean­stan­de­ten Tafeln wer­de weni­ger durch die Form als viel­mehr durch die Farb­ge­stal­tung und den Schrift­zug “Mil­ka” bestimmt, so dass die Tafeln vom durch­schnitt­li­chen Ver­brau­cher ein­deu­tig der Mar­ke der Beklag­ten zuge­ord­net wür­den. Auch durch die Auf­schrif­ten auf den bei­den Hälf­ten (“Für Jetzt”/ “Für Spä­ter”; “Für Mich”/ Für Dich”; “1. Halbzeit”/ “2. Halb­zeit”) wer­de signa­li­siert, dass es sich um zwei Hälf­ten einer Dop­pel­pa­ckung han­de­le. Die qua­dra­ti­sche Grund­form der Packungs­hälf­ten tre­te dem­ge­gen­über so zurück, dass sie nicht mehr prä­gend sei. Auch eine Ver­brau­cher­um­fra­ge habe erge­ben, dass nur ein zu ver­nach­läs­si­gen­der Anteil der Kon­su­men­ten die Mil­ka-Dop­pel­pa­ckung mit der Mar­ke “Rit­ter Sport” in Ver­bin­dung brin­ge.

Der Senat hat die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof nicht zuge­las­sen. Hier­ge­gen kann die Klä­ge­rin die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­le­gen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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