(Kiel)  Immo­bi­li­en wer­den häu­fig als Kapi­tal­an­la­ge an geschäfts­un­er­fah­re­ne Käu­fer ver­mit­telt. Wer­den im Ver­mitt­lungs­ge­spräch oder im Anla­ge­pro­spekt fal­sche Anga­ben über die zu zah­len­de Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on gemacht, liegt eine arg­lis­ti­ge Täu­schung vor. Die finan­zie­ren­de Bank hat dann kei­nen Anspruch auf Rück­zah­lung des zur Finan­zie­rung gewähr­ten Dar­le­hens, wenn sie von der arg­lis­ti­gen Täu­schung wuss­te oder die­se hät­te erken­nen kön­nen.

Das, so der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, ent­schied am 10.03.2011 das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Olden­burg, Az.: 8 U 53/10 u.a.

Der Senat hat­te in die­sen Ver­fah­ren unter Betei­li­gung einer gro­ßen deut­schen Bank zu ent­schei­den. Die Klä­ger wehr­ten sich gegen die von der Bank nach Ein­stel­lung der Raten­zah­lung betrie­be­nen Zwangs­voll­stre­ckun­gen aus nota­ri­el­len Urkun­den. Finan­zie­rungs­ge­gen­stand der Dar­le­hens­ver­trä­ge waren Immo­bi­li­en­käu­fe in einem grö­ße­ren Wohn­kom­plex in der Umge­bung von Olden­burg. Hin­ter­grund der Ver­tra­ge war fol­gen­der: Im Jahr 1992 hat­ten ver­schie­de­ne Käu­fer — die heu­ti­gen Klä­ger — auf­grund eines Ange­bots einer Treu­hän­der Gesell­schaft umfas­sen­de Voll­mach­ten zum Erwerb von Woh­nungs­ei­gen­tum und zum Abschluss von Finan­zie­rungs­ver­trä­gen erteilt. Das Kapi­tal­an­la­ge­pa­ket sah die aus­schließ­li­che Finan­zie­rung durch die beklag­te Bank vor. Der dem Ver­kauf die­nen­de Anla­ge­pro­spekt ent­hielt eine nur unvoll­stän­di­ge Auf­stel­lung der vom Käu­fer zu tra­gen­den Kos­ten. Ins­be­son­de­re fehl­te die Anga­be der Innen­pro­vi­si­on von über 18 %.


Der für die Ban­ken­haf­tung zustän­di­ge 8. Senat des Ober­lan­des­ge­richts gab den Klä­gern Recht, betont Kroll.


Grund­sätz­lich müs­se eine Bank zwar nicht von sich aus auf eine im Kauf­preis ent­hal­te­ne ver­steck­te Innen­pro­vi­si­on für den Ver­trieb hin­wei­sen. Etwas ande­res gel­te jedoch, wenn die finan­zie­ren­de Bank eine arg­lis­ti­ge Täu­schung des Kun­den über die Höhe der tat­säch­lich zu zah­len­den Pro­vi­si­on erkennt oder hät­te erken­nen kön­nen. Dann besteht auch eine Ver­pflich­tung der Bank den Kun­den über die arg­lis­ti­ge Täu­schung auf­zu­klä­ren. Nach den Fest­stel­lun­gen des Gerichts wur­den die Käu­fer gezielt über die im Kauf­preis ent­hal­te­ne hohe Innen­pro­vi­si­on getäuscht. Es sei auch davon aus­zu­ge­hen, dass die Käu­fer bei Kennt­nis der Pro­vi­si­on die Immo­bi­li­en nicht erwor­ben hät­ten. Die Kennt­nis der beklag­ten Bank von der arg­lis­ti­gen Täu­schung sei nach den Grund­sät­zen des “insti­tu­tio­na­li­sier­ten Zusam­men­wir­kens” zu ver­mu­ten.

Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Fach­an­walt für Arbeitsrecht/Fachanwalt für Ver­si­che­rungs­recht


Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.


c/o. Dr. Nietsch & Kroll Rechts­an­wäl­te
Oster­bek­stras­se 90b
22083 Ham­burg


Tel.:  +4940–238569 — 0
Fax: +4940–238569 — 10
Mail: kroll@nkr-hamburg.de
Inter­net: www.nkr-hamburg.de