(Kiel)  Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len (OVG) hat mit Urteil vom 03. Sep­tem­ber 2009 den Bebau­ungs­plan Nr. 105 – E.ON Kraft­werk – der Stadt Dat­teln auf­ge­ho­ben.

Dar­auf ver­weist der Reck­ling­häu­ser Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht sowie für Bau- und Archi­tek­ten­recht Edu­ard Disch­ke von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des OVG NRW vom 03.09.2009, Az.: 10 D 121/07.NE.

Der Bebau­ungs­plan soll­te die pla­nungs­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für das bereits in Bau befind­li­che größ­te Stein­koh­le Mono­block-Kraft­werk Euro­pas mit einer elek­tri­schen Leis­tung von ca. 1050 MW und einem Anteil von 0,73 % des deutsch­land­weit zuläs­si­gen CO2-Aus­sto­ßes schaf­fen. Geplant ist das Pro­jekt am süd-öst­li­chen Stadt­rand von Dat­teln unmit­tel­bar am Dort­mund-Ems-Kanal und an der Gren­ze zu Waltrop. Die nächs­ten Wohn­ge­bie­te lie­gen ca. 400–500m vom Plan­ge­biet ent­fernt. Der gegen den Bebau­ungs­plan gerich­te­te Nor­men­kon­troll­an­trag eines Waltro­per Land­wirts hat­te Erfolg, betont Disch­ke.


Zur Begrün­dung habe das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt im Wesent­li­chen aus­ge­führt:


Die Pla­nung am vor­ge­se­he­nen Stand­ort ver­sto­ße gegen Zie­le der Lan­des­pla­nung. Der Lan­des­ent­wick­lungs­plan sehe als Stand­ort für ein Groß­kraft­werk ein wei­ter von der Wohn­be­bau­ung ent­fernt lie­gen­des Gebiet im Nord­os­ten der Stadt vor. Hier­an sei die Kom­mu­ne jeden­falls bei einem Pro­jekt von lan­des­wei­ter Bedeu­tung gebun­den. Der Rat habe auch die Vor­ga­ben des Lan­des­ent­wick­lungs­pro­gramms und des Lan­des­ent­wick­lungs­plans zur res­sour­cen- und kli­ma­schüt­zen­den Ener­gie­nut­zung nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt. Die Stadt habe fer­ner das Gefähr­dungs­po­ten­ti­al des Kraft­werks und den Schutz der Bevöl­ke­rung im Fal­le eines nicht aus­zu­schlie­ßen­den Stör­falls in der Abwä­gung nicht aus­rei­chend beach­tet. Der Bebau­ungs­plan bewäl­ti­ge die von ihm aus­ge­lös­ten Kon­flik­te nicht im erfor­der­li­chen Umfang. Die Kom­mu­ne habe eine Kon­flikt­lö­sung viel­mehr in unzu­läs­si­ger Wei­se in nach­fol­gen­de Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren ver­la­gert. Den Inter­es­sen des Natur- und Land­schafts­schut­zes sei eben­falls nicht aus­rei­chend Rech­nung getra­gen wor­den. Der Umfang des geplan­ten Flä­chen­ver­brauchs von ca. 64 ha. sei nicht plau­si­bel. Frag­lich sei außer­dem, ob die Aus­wir­kun­gen des ca. 180 m hohen – auch die Abga­se ablei­ten­den – Kühl­tur­mes auf die benach­bar­te Wohn­be­völ­ke­rung und das Land­schafts­bild sowie die zu erwar­ten­den Luft- und Lärm­im­mis­sio­nen aus­rei­chend ermit­telt und abge­wo­gen wor­den sei­en.


Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Revi­si­on nicht zuge­las­sen. Dage­gen ist Beschwer­de mög­lich, über die das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schei­det. 
Disch­ke mahn­te, den Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die auf Bau- und Archi­tek­ten- und Ver­ga­be­recht sowie Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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