(Kiel) Der Betrieb des Apo­the­ken­ab­ga­be­ter­mi­nals Rowa visa­via, über den Medi­ka­men­te ohne per­sön­li­chen Kon­takt mit dem Apo­the­ker an den Kun­den aus­ge­ge­ben wer­den kön­nen, steht im Wider­spruch zu dem der­zeit gesetz­lich aus­ge­form­ten Arz­nei­mit­tel­schutz.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 31.07.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 07.07.2009, Az.: 6 A 11397/08.OVG.


Der kla­gen­de Apo­the­ker hat in sei­ner Apo­the­ke einen Abga­be­ter­mi­nal instal­liert, mit dem er Medi­ka­men­te an Kun­den abge­ben kann, auch wenn er nicht in der Apo­the­ke anwe­send ist (etwa zur Nacht­zeit). Er ist ledig­lich mit­tels eines Bild­schirm­te­le­fons mit dem Kun­den ver­bun­den. Das Land bean­stan­de­te den „kun­den­di­stan­zier­ten Betrieb“ des Ter­mi­nals. Der Apo­the­ker erhob daher Kla­ge auf Fest­stel­lung der Ver­ein­bar­keit des Geräts mit dem Apo­the­ken- und Arz­nei­mit­tel­recht. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hielt den Abga­be­ter­mi­nal für zuläs­sig, wenn ein Dru­cker inte­griert wer­de, mit dem auf den Ori­gi­nal­ver­schrei­bun­gen gesetz­lich not­wen­di­ge Anga­ben ange­bracht wer­den kön­nen. Auf die Beru­fung des Lan­des wies das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Kla­ge des Apo­the­kers jedoch ab, betont Klar­mann.


Das Apo­the­ken- und Arz­nei­mit­tel­recht wei­se zum Schutz vor einer feh­ler­haf­ten Medi­ka­men­ten­ab­ga­be einen hohen Sicher­heits­stan­dard für den Betrieb einer Apo­the­ke auf. Die­ser wer­de abge­senkt, wenn mit Hil­fe des Ter­mi­nals eine höchst­per­sön­li­che Abga­be der Arz­nei­mit­tel durch den Apo­the­ker an den Kun­den aus­ge­schlos­sen sei. Denn dem Recht lie­ge noch immer das „Leit­bild vom Apo­the­ker in sei­ner Apo­the­ke“ zugrun­de. Hier­von ent­fer­ne sich indes der extern elek­tro­nisch gesteu­er­te Arz­nei­mit­tel­ab­satz grund­le­gend. Der­ar­ti­ge Abstri­che bei der Arz­nei­mit­tel­si­cher­heit kön­ne nur der Gesetz­ge­ber vor­neh­men. Der Schutz sei nicht bereits auf­grund der gesetz­li­chen Zulas­sung des Ver­sand­han­dels mit Medi­ka­men­ten gelo­ckert wor­den. Denn die­ser set­ze nach wie vor vor­aus, dass die Bereit­stel­lung der Arz­nei­mit­tel (vor dem Ver­sand) durch phar­ma­zeu­ti­sches Per­so­nal kon­trol­liert wer­de.


Der Senat hat wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen. 
Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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