(Kiel)  Von der Bera­tung und Beschluss­fas­sung über die Auf­stel­lung eines Bebau­ungs­plans zur Erwei­te­rung eines Golf­plat­zes ist ein Gemein­de­rats­mit­glied aus­ge­schlos­sen, wenn es im Plan­ge­biet im grö­ße­ren Umfang Grund­stü­cke gepach­tet hat und die­se als Jagd­päch­ter nutzt.

Dar­auf ver­weist der Reck­ling­häu­ser Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht sowie für Bau- und Archi­tek­ten­recht Edu­ard Disch­ke von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz in Koblenz vom 24. Juni 2009, Akten­zei­chen: 2 A 10098/09.OVG.


Der Klä­ger ist Mit­glied des Orts­ge­mein­de­ra­tes und Päch­ter des gemein­schaft­li­chen Jagd­re­viers Pot­tum (Ver­bands­ge­mein­de Wes­ter­burg). Zum 1. Janu­ar 2006 pach­te­te er Grund­stü­cke mit einer Grö­ße von über 43.000 qm ins­be­son­de­re zur Nut­zung als Wild­ä­sungs­flä­chen. Die Grund­stü­cke lie­gen in einem Gebiet, in dem ein Golf­platz erwei­tert wer­den soll. Der Gemein­de­rat schloss den Klä­ger von der Bera­tung über die Auf­stel­lung eines Bebau­ungs­pla­nes über die Golf­platz­erwei­te­rung aus. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge hat­te kei­nen Erfolg.


Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nahm die Kla­ge zum Anlass für grund­sätz­li­che Aus­füh­run­gen zu den Vor­aus­set­zun­gen der Befan­gen­heit von Gemein­de­rats­mit­glie­dern, betont Disch­ke.


Sinn und Zweck der in der Gemein­de­ord­nung gere­gel­ten Befan­gen­heits­grün­de sei es, kom­mu­na­le Rats­mit­glie­der anzu­hal­ten, ihre Tätig­keit aus­schließ­lich am Gesetz und ihrer nur durch Rück­sicht auf das öffent­li­che Wohl bestimm­ten Über­zeu­gung aus­zu­rich­ten, ihnen per­sön­li­che Kon­flikt­si­tua­tio­nen zu erspa­ren sowie das Ver­trau­en der Bür­ger in eine sau­be­re Kom­mu­nal­ver­wal­tung zu erhal­ten und zu stär­ken. Des­halb sei ein Rats­mit­glied wegen eines mög­li­chen unmit­tel­ba­ren Vor- oder Nach­teils bereits dann von der Mit­wir­kung an einer Rats­ent­schei­dung aus­ge­schlos­sen, wenn eine enge per­sön­li­che Bezie­hung zum Bera­tungs­ge­gen­stand bestehe, wel­che nach den gesam­ten Umstän­den die Besorg­nis nahe­le­ge, das Mit­glied wer­de auf­grund eige­ner Inter­es­sen nicht mehr unei­gen­nüt­zig und gemein­wohl­ori­en­tiert han­deln. Dem­entspre­chend kom­me es nicht dar­auf an, ob das betrof­fe­ne Rats­mit­glied durch die Wahr­neh­mung sei­ner Mit­wir­kungs­rech­te einen mög­li­chen Vor- oder Nach­teil tat­säch­lich erfah­re. Viel­mehr genü­ge ein dahin­ge­hen­der „böser Schein“. Ein sol­cher Anschein bestehe beim Klä­ger, weil die mög­li­che Nut­zung der von ihm gepach­te­ten Grund­stü­cke als Golf­platz der bis­he­ri­gen Grund­stücks­nut­zung und der Aus­übung des Jagd­rechts wider­spre­che.


Disch­ke mahn­te, die­ses Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die auf Bau- und Archi­tek­ten­recht sowie Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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