(Kiel) Der 4. Senat des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts NRW hat mit Eil­be­schluss vom 15.11.2010 ent­schie­den, dass die Ord­nungs­be­hör­den in NRW vor­erst wei­ter­hin gegen pri­va­te Wett­bü­ros vor­ge­hen dür­fen. Nach vor­läu­fi­ger Ein­schät­zung spre­che nach wie vor vie­les dafür, dass sol­che Betrie­be gegen das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol ver­stie­ßen. In der Sache hat der Senat damit sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung fort­ge­führt.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den Beschluss des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts (OVG) NRW vom 15.11.2010,  Az.: 4 B 733/10.

Ent­ge­gen anders lau­ten­der Mel­dun­gen habe der Euro­päi­sche Gerichts­hof den deut­schen Glücks­spiel­staats­ver­trag in sei­nen Urtei­len vom 8. Sep­tem­ber 2010 nicht für euro­pa­rechts­wid­rig erklärt. Zwar habe der EuGH dar­in her­vor­ge­ho­ben, dass das staat­li­che Mono­pol auf Sport­wet­ten die Nie­der­las­sungs- und Dienst­leis­tungs­frei­heit ver­let­zen kön­ne, wenn der Staat zugleich ande­re Glücks­spiel­be­rei­che mit hohem Sucht­po­ten­ti­al pri­va­ten Anbie­tern über­las­se und deren Betä­ti­gung för­de­re. Die abschlie­ßen­de Prü­fung, ob dies vor allem im Hin­blick auf Geld­spiel­au­to­ma­ten in Spiel­hal­len und Gast­stät­ten der Fall sei, habe der EuGH aber den deut­schen Ver­wal­tungs­ge­rich­ten über­las­sen.

Inso­weit kommt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem jet­zi­gen Eil­be­schluss zu dem Ergeb­nis, dass dem Gesetz­ge­ber — vor­be­halt­lich der Über­prü­fung in einem Haupt­sa­che­ver­fah­ren — vor­aus­sicht­lich nicht vor­ge­wor­fen wer­den kön­ne, er ver­fol­ge bei Sport­wet­ten einer­seits und den gewerb­li­chen Geld­spiel­au­to­ma­ten ande­rer­seits wider­sprüch­li­che Stra­te­gi­en. Aller­dings deu­te­ten neue­re wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen dar­auf hin, dass die im Jahr 2006 erfolg­ten Neu­re­ge­lun­gen für gewerb­li­che Auto­ma­ten­spie­le zu einer Aus­wei­tung die­ses Mark­tes und zu einer Zunah­me des Sucht­po­ten­ti­als geführt hät­ten. Hier­auf müs­se der Gesetz­ge­ber gege­be­nen­falls reagie­ren. Gegen­wär­tig las­se sich nicht fest­stel­len, dass er hier­zu nicht bereit sei.

Die Ent­schei­dung betrifft eine pri­va­te Sport­wet­ten­ver­mitt­le­rin in Lünen. Beim Senat sind zahl­rei­che gleich gela­ger­te Fäl­le aus ande­ren Städ­ten und Gemein­den des Lan­des anhän­gig. Der Beschluss des 4. Senats des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ist unan­fecht­bar.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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Klaus Hün­lein
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